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An diesen drei Kriterien erkennen Sie ein hyperaktives Kind

Hyperaktivität ist ein brandaktuelles Thema. Wilde, lebhafte oder zuweilen auch einfach nicht besonders gut erzogene Kinder werden heute schnell als hyperaktiv abgestempelt. Dabei verbirgt sich hinter dem Krankheitsbild weit mehr. Wir bringen Sie auf den neuesten Stand.

WAS IST HYPERAKTIVITÄT?

Hyperaktivität oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung) erfordert eine sehr komplexe Diagnostik. Weil bei einer einfachen Untersuchung keine klaren biologischen Marker zu finden sind, ist die Krankheit schwer festzustellen.

Inzwischen weiss man, dass etwa 5 % der Bevölkerung (ein Mädchen auf drei oder vier Jungen) von der Erkrankung betroffen sind. Erwachsene, die das Syndrom haben, aber nichts davon wissen, wurden nicht berücksichtigt. Denn nicht selten wird einem Elternteil im Verlauf der Diagnostik seines Kindes bewusst, dass er oder sie selbst hyperaktiv ist. Vererbung kann also eine Rolle spielen, allerdings sicher nicht die einzige. Umfeld, Umweltverschmutzung, Ernährung und Bedingungen im Mutterleib sind ebenfalls Parameter. Auch Dopaminmangel spielt eine Rolle. Was sind die wichtigsten Symptome?

UNRUHE

Nicht selten wird Unruhe als einziges Symptom für Hyperaktivität herangezogen. Dabei sind längst nicht alle hyperaktiven Menschen unruhig, was eine Diagnose umso schwieriger macht. So sind hyperaktive Mädchen eher flatterhaft, meist eher verträumt als unruhig.

Unruhige hyperaktive Kinder bewegen sich unablässig, können nicht stillsitzen, stehen ständig vom Stuhl auf oder klettern auf den Tisch. Sie sind nicht in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auf eine einzige Sache zu lenken. Bei ganz kleinen Kindern sagt man, sie hätten besonders viel Energie. Kurzum: für das hyperaktive Kind und seine unmittelbare Umgebung ist der Schulalltag sehr schwierig. 

Diese Symptome können aber genauso gut ganz normale Charaktereigenschaften des Kindes oder Reaktionen sein, zum Beispiel auf einen Entwicklungsschub. Nur wenn die Symptome das Kind beeinträchtigen – in der Schule, seinen sozialen Beziehungen oder im Alltag – und zu einer dauerhaften Belastung werden, kann es sich um ADHS handeln und sollte eine Behandlung ins Auge gefasst werden.

UNAUFMERKSAMKEIT

Die Unruhe wird zum permanenten Begleiter: Das Kind windet sich, trommelt mit den Füssen, klettert überall hoch … Die Schlafphasen sind häufig unterbrochen oder das Kind findet überhaupt schwer in den Schlaf. Hyperaktive Kinder können sich nicht konzentrieren und führen selten eine angefangene Aufgabe zu Ende. Sie wechseln ihre Aktivitäten unablässig, kommen vom Hundertsten ins Tausendste.

Spezialisten sind sich einig, dass die Krankheit oft erst durch den Eintritt in die Grundschule ans Tageslicht kommt – wenn das Kind, das man bis dahin für lebhaft und klug gehalten hat, Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen hat. Beide Tätigkeiten setzen Ruhe und Konzentration voraus und die Hausaufgaben am Abend werden zu einer echten Prüfung.

IMPULSIVITÄT

Für die Eltern ist es eine Herausforderung, ihr hyperaktives Kind zu verstehen und zu kontrollieren. Impulsivität ist ein weiteres Symptom, das auf die Störung hindeutet. Hyperaktive Kinder wollen alles auf der Stelle und brauchen stets sofort eine Antwort. Sie hören weder auf Ratschläge noch auf die Person, die versucht, sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sie müssen stets an erster Stelle und vor allen anderen kommen und haben vor nichts Angst.

Hyperaktive Kinder schrecken auch nicht davor zurück, Erwachsene zu unterbrechen, Lehrer eingeschlossen. Jeder soll sich sofort ihren Fragen stellen. Nicht selten bringen diese Kinder sich selbst in Gefahr, um das Gewünschte zu bekommen und ihr Ziel zu erreichen. Sie machen die meisten Dinge schneller, als es gut für sie ist, fallen oft hin und bringen Gegenstände zu Bruch. Bewusst eingesetzt, kann dieses Symptom zu einem starken Antrieb werden. Inzwischen weiss man, dass zahlreiche Unternehmenschefs und Hochleistungssportler hyperaktiv sind.

Quelle: www.passeportsante.net / Illustration: Freepik, Macrovector