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Was Schwangere essen, wirkt sich auf die spätere Immunabwehr des Kindes aus

Das Mikrobiom macht erneut Schlagzeilen. Wie aktuelle Forschungen amerikanischer Mediziner zeigen, beeinträchtigt eine stark fetthaltige Ernährung Schwangerer die Darmflora des Ungeborenen, was sich später auf die Immunabwehr des Kindes auswirkt.

Jeden Tag verstehen wir die Rolle des Mikrobioms besser, jener Kolonie von 90.000 Milliarden Bakterien, die vor allem unseren Darm, aber auch Haut, Zahnfleisch, Nasenschleimhäute und Nasennebenhöhlen besiedeln. In unserem Organismus erfüllt das Mikrobiom vielfältige Aufgaben, vom Schutz gegen bestimmte schwere Erkrankungen wie Diabetes bis hin zur Steuerung unserer Immunabwehr und sogar verschiedener zerebraler Mechanismen.

Angesichts der wichtigen Rolle des Mikrobioms bei der Entwicklung des Organismus untersuchte ein Team amerikanischer Wissenschaftler nun den möglichen Einfluss der Ernährung von Schwangeren auf das Mikrobiom des Ungeborenen. Ging man früher davon aus, die Umgebung des Fötus in der Gebärmutter sei steril, weiss man inzwischen, dass dem nicht so ist. Ein Teil des Mikrobioms ist in der Plazenta bereits vorhanden, ebenso wie im Fruchtwasser.

DETAILLIERTE AUFZEICHNUNGEN

Für ihre Untersuchung stellten die Forscher zunächst eine Gruppe aus 81 Schwangeren zusammen, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellten. Ab dem 3. Schwangerschaftsdrittel bis einige Wochen nach der Geburt zeichnete man ihre Ernährung auf. Parallel dazu bildeten 82 andere Mutter-Kind-Paare mit identischen Eigenschaften eine Referenzgruppe. 

Die Schwangeren mussten einen sehr umfangreichen Fragebogen mit etwa 30 verschiedenen Kapiteln bezüglich der Zusammensetzung ihrer Ernährung und der Häufigkeit, in der sie bestimmte Lebensmittel zu sich nahmen, ausfüllen. Dabei reichten die Themen von einer eventuell einzuhaltenden besonderen Diät bis hin zum Umfang des täglichen Konsums von Milch oder Milchprodukten über Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden und Cerealien bis hin zu verschiedenen Kartoffelgerichten. Auch der Umfang der Obst- und Gemüseportionen wurde erfasst, ebenso wie der Anteil an Teigwaren, Reis, Fleisch oder Käse am Speiseplan.

WICHTIGE BAKTERIEN

Um Genaueres über das Mikrobiom der Neugeborenen zu erfahren, entnahmen die Forscher mehrmals Proben vom Kindspech (Mekonium) der Säuglinge. Fundierte Analysen dieser Proben ermöglichte ein DNA-Profil, mit dem die verschiedenen darin enthaltenen Bakterienarten und damit ihre Qualität ermittelt werden konnten.

Bei der Untersuchung der Proben stellten die Forscher überrascht fest, dass die relative Häufigkeit bestimmter Bakterienarten direkt davon abzuhängen schien, ob sich die Mutter in der Schwangerschaft mehr oder weniger fettreich ernährt hatte. Genauer gesagt, wirkte sich eine sehr fetthaltige Ernährung der Mutter unmittelbar auf das Mikrobiom des Säuglings aus – und zwar in Form einer höheren Konzentration an Enterokokken und einem bemerkenswerten Mangel an Bacteroides.

GUT ZU WISSEN FÜR WERDENDE MÜTTER

Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Studie: Angesichts der zentralen Rolle von Bacteroides kann eine spürbare Verringerung ihrer Konzentration die Entwicklung des Immunsystems bei Neugeborenen nachhaltig beeinträchtigen. Denn die von diesen Bakterien produzierten Polysaccharide regen die Produktion entzündungshemmender Zytokine an und tragen dadurch zu einer guten Immunabwehr im Bereich der Magenschleimhaut bei. Da Bacteroides darüber hinaus unmittelbar an der Energieaufnahme im Darm beteiligt sind, kann ein Mangel zudem die Entwicklung des Kindes verlangsamen.

Frauen mit Kinderwunsch sollten sich daher auch bereits vor der Schwangerschaft gesund ernähren, wenn Sie Ihrem Nachwuchs langfristig Gutes tun möchten.

Quelle: www.planetesante.ch / Illustration: Istock

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8 Tipps zur Vorbeugung von Muskelverletzungen

Zu jedem Sport gehören Regeln. Unsere lautet: Beachten Sie die folgenden acht Tipps zur Vorbeugung gegen Muskelverletzungen!

1. VIEL TRINKEN

Körperliche Anstrengung führt zuweilen zu erheblichem Flüssigkeitsverlust. Dies geschieht zum einen durch das Schwitzen zur Regulierung der Körpertemperatur und zum anderen durch die Nutzung von Glykogenreserven bei der erforderlichen Energieproduktion.

Es wird daher empfohlen, regelmässig zu trinken, und zwar ein bis zwei Stunden vor Beginn der körperlichen Aktivität, während des Sports und auch in der anschliessenden Erholungsphase. Durstgefühl ist bereits ein Symptom fortgeschrittener Dehydrierung. Warten Sie deshalb nicht erst auf ein Durstsignal, bevor Sie etwas trinken. Alkalisches, mineralreiches Wasser dient als Puffer für Säurebildung in den Muskeln und verringert so das Risiko von Krämpfen.

Falls diese dennoch auftreten und von schneller Ermüdung, Reizbarkeit und Symptomen wie Augenlidzucken begleitet werden, können Sie auch den Anteil an magnesiumreichen Nahrungsmitteln erhöhen oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

2.  SICH GESUND ERNÄHREN

Die richtige Ernährung ist für Sporttreibende unerlässlich. So kann zum Beispiel eine zu starke Reduzierung von Zucker bei körperlicher Anstrengung Energiemangel auslösen. Denn ohne Treibstoff zapft der Körper die Muskeln an, um dort Eiweissvorräte abzugreifen – eine schlechte Alternative, die die Muskelmasse verringert und den Organismus schwächt.

Jede sportliche Betätigung sollte daher mit einem Grundwissen über Ernährung gekoppelt sein. In der Vorbereitung auf das Training bevorzugen Sie am besten langsame Zucker. Dazu gehören Teigwaren, Brot, Cerealien und Reis. Für alle diese Produkte gilt: Greifen Sie bevorzugt zu Vollkorn! Es folgen schnelle Zucker direkt vor und während des Sports: Obst, Müsliriegel oder trockener Kuchen.

Halten Sie eine angemessene Pause von ca. zwei bis drei Stunden (je nachdem, was Sie essen) zwischen einer Mahlzeit und dem Training ein. Stillen Sie Ihren Tagesbedarf an Eiweiss und ergänzen Sie Ihre Lieblingsgerichte durch Obst und Gemüse.

3.  AUSREICHEND SCHLAFEN

Bei sportlicher Betätigung ist Schlaf ein Schlüsselfaktor – das gilt für Profis ebenso wie für Amateure. Er schenkt Ruhe und tiefe Entspannung und reguliert Emotionen ebenso wie das Sättigungsgefühl. Achten Sie daher auf die verschiedenen Schlafphasen. Angestaute Müdigkeit schwächt den Organismus und macht ihn anfälliger für Verletzungen. Halten Sie in sportlichen Phasen also unbedingt Ihre Schlafenszeiten ein, und zwar sowohl quantitativ als auch qualitativ – egal, ob Sie nur gelegentlich – z. B. im Urlaub – oder regelmässig Sport treiben.

4.  DAS TRAINING DEM LEISTUNGSSTAND ANPASSEN

Muskelverletzungen sind ein Zeichen dafür, dass der Körper nicht unter optimalen Bedingungen arbeitet. Denken Sie daran, sich konsequent vor dem Training aufzuwärmen – dadurch bereiten Sie Ihre Muskeln auf die Anstrengung vor, anstatt von Null auf Hundert zu starten.

Die Trainingsintensität sollte ausserdem Ihrer Lebensweise angepasst sein. Bei einem geschwächten Organismus kann sportliche Betätigung Ermüdungserscheinungen verstärken und Verletzungen zur Folge haben. Eine kurze Pause zum richtigen Zeitpunkt kann längeren Ausfällen vorbeugen.

5. DIE BELASTUNG SCHRITTWEISE STEIGERN

Wenn Sie gerne im Urlaub Sport treiben und zum Beispiel Skifahren, Wandern oder Mountainbiken, ist die Belastung für Ihren Körper zunächst ungewohnt. Bereiten Sie sich daher am besten bereits vor der Abreise durch leichte, aber regelmässige Kräftigungs- und Lockerungsübungen auf die geplanten Aktivitäten vor. So können Sie die sportlichen Tage voll auskosten und verringern das Verletzungsrisiko erheblich.

6. AUF DEN KÖRPER HÖREN

Nicht selten gehen schweren Verletzungen von Muskeln und Bändern (Risse, Zerrungen) leichtere, nicht behandelte Verletzungen voraus. Schmerzende Muskeln sind nicht etwa ein Handicap, sondern ein Warnsignal Ihres Körpers, das zur Ruhe mahnt. Schmerzen zu unterdrücken und einfach weiterzumachen wie bisher, ist hier der falsche Weg. Muskeln heilen am besten, wenn Sie auf die Signale Ihres Körpers hören und dessen Warnungen befolgen.

7. DIE RICHTIGE AUSRÜSTUNG WÄHLEN

Ganz gleich, ob Sie regelmässig oder nur hin und wieder Sport treiben: Sparen Sie nicht an der Qualität Ihrer Ausrüstung. Wenn Sie zum Beispiel beim Lauftraining mehrmals Schuhe ohne Dämpfung tragen, belasten Sie Ihren ohnehin schon durch die Anstrengung geforderten Organismus zusätzlich und erhöhen so das Risiko von Muskelverletzungen. Individuelle Fragen zu Ihren persönlichen Bedürfnissen beantworten Ihnen Spezialisten wie Osteopathen, Rheumatologen oder Sportmediziner.

8. REGELMÄSSIGES STRETCHING

Über die positive Wirkung von Dehnungsübungen sind sich die Fachleute nicht einig. Manche halten Stretching für unerlässlich, andere vertreten die Auffassung, dass es den Muskelfasern bei bereits warmer Muskulatur eher schadet. Für maximalen Benefit sollte das Stretching sorgfältig und nicht in einen schmerzenden Muskel hinein ausgeführt werden. Durch die Dehnung wird die Muskelfunktion vollumfänglich wiederhergestellt, das Verletzungsrisiko sinkt und Sie haben mehr Kraft. Darüber hinaus kann sich der Muskel durch die Auflösung der angestauten Spannung erholen. Das ist umso wichtiger, als muskuläre Verspannungen häufig die Ursache von Verletzungen bei zu hoher Belastung sind. Auch hierzu können Fachleute Sie und Ihren Körper beratend unterstützen.

Quelle: www.passeportsante.net / Illustration: Freepik, Macrovector

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Ernährung bei Schlaflosigkeit und Schlafstörungen

DIE WICHTIGSTEN ERNÄHRUNGSFAKTOREN BEI SCHLAFLOSIGKEIT UND ANDEREN SCHLAFSTÖRUNGEN

• Lebensmittel mit hohem Tryptophan-Gehalt

• Abends am besten Nudeln oder andere Lebensmittel mit hohem glykämischem Index

• Keine zu üppigen oder fetten Mahlzeiten am Abend

• Keinen Kaffee oder Alkohol am Abend

• Omega-3-haltige Lebensmittel

DIE VORTEILE DER RICHTIGEN LEBENSMITTEL ZUM ABENDESSEN

Eine Umstellung der Abendmahlzeit hat viele positive Wirkungen:

• Leichteres Einschlafen

• Erholsamer Schlaf

• Kein nächtliches Aufwachen

• Mehr Energie im Alltag

• Verbesserung der aufgrund von Müdigkeit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten

• Höhere Aufmerksamkeit und weniger Unsicherheit und Reizbarkeit im Alltag

LEBENSMITTEL MIT HOHEM TRYPTOPHAN-GEHALT

Greifen Sie bei Schlafstörungen zu Molke und Kürbiskernen. Beide enthalten viel schlafförderndes Tryptophan, dabei aber kaum andere Aminosäuren, was den Tryptophanspiegel im Blut besonders effizient erhöht. Laut einer wissenschaftlichen Studie fördert der Verzehr von Molkeproteinen mit ihrem hohen Gehalt an Alpha-Lactalbumin die Wachheit und Aufmerksamkeit am nächsten Tag – beides Anzeichen eines erholsameren Schlafes. Um die Wirkung von Tryptophan und Kürbissamen zusätzlich zu erhöhen, sollte man sie zusammen mit Kohlenhydraten zu sich nehmen, zum Beispiel mit Obst oder Cerealien.

Auch zahlreiche andere Lebensmittel enthalten viel Tryptophan, wie zum Beispiel Fleisch, insbesondere Geflügel, und Fisch. Allerdings sind sie auch reich an anderen Aminosäuren, die mit dem Tryptophan konkurrieren und es ihm so erschweren, ins Gehirn zu gelangen.

ABENDS AM BESTEN NUDELN ODER ANDERE LEBENSMITTEL MIT HOHEM GLYKÄMISCHEM INDEX

Gegen Schlaflosigkeit hilft ein Abendessen, das zum Grossteil aus Kohlenhydraten mit hohem glykämischem Index besteht, denn diese Kohlenhydrate bewirken einen besonders starken Insulinanstieg. Gleichzeitig sollten dazu Eiweisse und Fette verzehrt werden. Eine solche Mahlzeit sollten Sie etwa vier Stunden vor dem Schlafengehen zu sich nehmen. Diese Empfehlung widerspricht zwar der landläufigen Philosophie, Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischem Index den Vorzug zu geben. Sie gilt allerdings auch lediglich für das Abendessen und nur für Menschen, die unter Schlafstörungen leiden. Nehmen Sie die oben genannten Lebensmittel in moderaten Mengen zu sich, um keine nachteiligen Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-System, Blutzucker oder Gewicht zu riskieren. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Abendessen auch Eiweiss enthält. Greifen Sie hier bevorzugt zu Hülsenfrüchten, Tofu sowie, in geringer Menge, Milchprodukten.

DIESE LEBENSMITTEL HABEN EINEN HOHEN GLYKÄMISCHEN INDEX:

• Backwaren aus Weissmehl wie Baguette, Weissbrot, Zwieback etc.

• Gekochte Nudeln (nicht al dente)

• Couscous

• Weisser Reis, Reisnudeln, Risotto etc.

• Gnocchi

• Gemüsesaft

• Kartoffeln

• Tapioka

• Honig

• Müsliriegel

• Brauner Zucker

OBST AM ABEND

Abends Früchte zu essen, hat viele Vorteile. Zum Beispiel haben fast alle Obstsorten einen mittleren bis hohen glykämischen Index, was das Einschlafen fördert. Mit ihrem hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen beugen sie darüber hinaus Mangelerscheinungen vor, die ebenfalls Schlafstörungen verursachen können. Ausserdem sind Früchte am Ende des Tages eine gute Wahl zum Abschluss einer leichten Abendmahlzeit.

DIESE FRÜCHTE EIGENEN SICH BESONDERS, UM GEGEN SCHLAFLOSIGKEIT ANZUGEHEN:

• Trockenfrüchte

• Datteln

• Feigen

• Melone

• Bananen

• Dosenobst

• Fruchtkompott

• Fruchtsäfte

OMEGA-3-FETTSÄUREN

Auch der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren erhöht den Serotoninspiegel. Wer jedoch zu viele Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, beschleunigt die Alterung der Neuronen und behindert die Übertragung der chemischen Botenstoffe im Gehirn, was wiederum zu Schlafstörungen führt. Gut zu wissen: Um die maximale Wirkung von Omega-3-Fettsäuren zu erzielen, sollte man nicht gleichzeitig Omega-6-, gesättigte oder Transfettsäuren zu sich nehmen.

• Die besten Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren: Fetthaltiger Fisch (Lachs, Forelle, Makrele, Heilbutt, Sardine), Leinöl und -samen, Hanföl und -samen, Rapsöl, Nüsse.

• Diese Lebensmittel enthalten Omega-6-Fettsäuren und sollten nur moderat verzehrt werden: Mais-, Sonnenblumen-, Distel- und Sojaöl, fertige Salatsossen und Mayonnaise.

• Gesättigte Fettsäuren für den 
moderaten Verzehr: fetthaltiges Fleisch, Geflügelhaut, Käse, Sahne, Butter etc.

•   Meiden Sie diese Transfettsäuren: streichfeste Margarine, Biskuit, Krapfen, Kuchen, Panade, Kuchenteig, Blätterteig, Croissants, Fertiggerichte etc.Quelle: www.passeportsante.net / Illustration: Freepik

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Diese Medikamente helfen Ihnen, mit dem Rauchen aufzuhören

Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, kann unter unangenehmen Entzugserscheinungen leiden: starker Drang zu rauchen, Gewichtszunahme, Reizbarkeit, Depression, Angstzustände, Konzentrationsstörungen oder Schlaflosigkeit. Medikamente können diese Beschwerden lindern oder sogar komplett aufheben und dadurch Ihre Erfolgschancen verdoppeln.

Ergebnisse aus über 100 wissenschaftlichen Studien mit mehr als 40.000 Rauchern haben gezeigt, dass die folgenden Medikamente nach einem Jahr die Erfolgschancen der Raucherentwöhnung in etwa verdoppeln:

– Nikotinersatztherapie

– Vareniclin

– Bupropion

– Cytisin

Diese Medikamente können Nebenwirkungen haben. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, bevor Sie mit der Behandlung beginnen. Obwohl die Medikamente bei der Raucherentwöhnung äusserst hilfreich sind, meinen viele Raucher, dass die Einnahme eines Nikotinersatzmittels einfach nur eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzt. Das spricht dagegen:

a) Der Suchtfaktor hängt davon ab, wie schnell das Nikotin in das Blut und das Gehirn gelangt. Er ist bei Zigaretten wesentlich höher als bei Nikotinkaugummis, -tabletten, -inhalatoren oder -pflastern. Tatsächlich gelangt das mit dem Rauch inhalierte Nikotin über die Lungen sehr rasch ins Blut; dieser Nikotinpeak löst im Gehirn dann eine sofortige Ausschüttung von Dopamin aus. Diese schnelle Stimulierung des Belohnungssystems ist für das Wohlgefühl beim Rauchen und damit auch für den hohen Suchtfaktor von Zigaretten verantwortlich. Das Nikotin aus Kaugummis und Pflastern verteilt sich dagegen wesentlich langsamer im Körper, weshalb die Suchtwirkung bedeutend geringer ist. Es ist keine Abhängigkeit von Nikotinpflastern bekannt, und auch eine Sucht nach Nikotinkaugummis entwickelt sich nur in seltenen Fällen (> 1 % der Anwender). Auch die gängigsten aktuellen E-Zigaretten verteilen das Nikotin langsamer im Körper als gewöhnliche Zigaretten und haben daher ebenfalls eine geringere Suchtwirkung.

b) Mit Abstand am meisten Toxine werden durch Verbrennung freigesetzt. Mit dem Zigarettenrauch werden also gleichzeitig Hunderte giftiger Substanzen inhaliert. Führt man dem Körper das Nikotin auf anderem Wege zu, bleibt der Organismus von diesen Giften verschont.

Ein anderer Einwand kommt häufig von den Rauchern selbst: „Ich brauche kein Medikament, um aufzuhören.“ Dennoch: Medikamente erhöhen die Erfolgschancen um rund 100 % und lindern die Begleiterscheinungen des Raucherentzugs. Warum unnötig leiden und auch noch einen Rückfall riskieren? Denken Sie an Schmerzmittel: Auch sie werden eingesetzt, um die Lebensqualität für eine bestimmte Zeit zu erhöhen.  

Zu guter Letzt fürchten manche Raucher die Nebenwirkungen einer Nikotinersatztherapie. Diese sind jedoch so gering, dass sie vernachlässigt werden können.

Die Nebenwirkungen von Bupropion und Vareniclin etwa treten im Vergleich zu den bedeutend höheren Risiken des Rauchens (Krebs, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, Auswirkungen auf Kinder etc.) völlig in den Hintergrund.

Quelle: www.stop-tabac.ch / Illustration: Freepik

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An diesen drei Kriterien erkennen Sie ein hyperaktives Kind

Hyperaktivität ist ein brandaktuelles Thema. Wilde, lebhafte oder zuweilen auch einfach nicht besonders gut erzogene Kinder werden heute schnell als hyperaktiv abgestempelt. Dabei verbirgt sich hinter dem Krankheitsbild weit mehr. Wir bringen Sie auf den neuesten Stand.

WAS IST HYPERAKTIVITÄT?

Hyperaktivität oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung) erfordert eine sehr komplexe Diagnostik. Weil bei einer einfachen Untersuchung keine klaren biologischen Marker zu finden sind, ist die Krankheit schwer festzustellen.

Inzwischen weiss man, dass etwa 5 % der Bevölkerung (ein Mädchen auf drei oder vier Jungen) von der Erkrankung betroffen sind. Erwachsene, die das Syndrom haben, aber nichts davon wissen, wurden nicht berücksichtigt. Denn nicht selten wird einem Elternteil im Verlauf der Diagnostik seines Kindes bewusst, dass er oder sie selbst hyperaktiv ist. Vererbung kann also eine Rolle spielen, allerdings sicher nicht die einzige. Umfeld, Umweltverschmutzung, Ernährung und Bedingungen im Mutterleib sind ebenfalls Parameter. Auch Dopaminmangel spielt eine Rolle. Was sind die wichtigsten Symptome?

UNRUHE

Nicht selten wird Unruhe als einziges Symptom für Hyperaktivität herangezogen. Dabei sind längst nicht alle hyperaktiven Menschen unruhig, was eine Diagnose umso schwieriger macht. So sind hyperaktive Mädchen eher flatterhaft, meist eher verträumt als unruhig.

Unruhige hyperaktive Kinder bewegen sich unablässig, können nicht stillsitzen, stehen ständig vom Stuhl auf oder klettern auf den Tisch. Sie sind nicht in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auf eine einzige Sache zu lenken. Bei ganz kleinen Kindern sagt man, sie hätten besonders viel Energie. Kurzum: für das hyperaktive Kind und seine unmittelbare Umgebung ist der Schulalltag sehr schwierig. 

Diese Symptome können aber genauso gut ganz normale Charaktereigenschaften des Kindes oder Reaktionen sein, zum Beispiel auf einen Entwicklungsschub. Nur wenn die Symptome das Kind beeinträchtigen – in der Schule, seinen sozialen Beziehungen oder im Alltag – und zu einer dauerhaften Belastung werden, kann es sich um ADHS handeln und sollte eine Behandlung ins Auge gefasst werden.

UNAUFMERKSAMKEIT

Die Unruhe wird zum permanenten Begleiter: Das Kind windet sich, trommelt mit den Füssen, klettert überall hoch … Die Schlafphasen sind häufig unterbrochen oder das Kind findet überhaupt schwer in den Schlaf. Hyperaktive Kinder können sich nicht konzentrieren und führen selten eine angefangene Aufgabe zu Ende. Sie wechseln ihre Aktivitäten unablässig, kommen vom Hundertsten ins Tausendste.

Spezialisten sind sich einig, dass die Krankheit oft erst durch den Eintritt in die Grundschule ans Tageslicht kommt – wenn das Kind, das man bis dahin für lebhaft und klug gehalten hat, Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen hat. Beide Tätigkeiten setzen Ruhe und Konzentration voraus und die Hausaufgaben am Abend werden zu einer echten Prüfung.

IMPULSIVITÄT

Für die Eltern ist es eine Herausforderung, ihr hyperaktives Kind zu verstehen und zu kontrollieren. Impulsivität ist ein weiteres Symptom, das auf die Störung hindeutet. Hyperaktive Kinder wollen alles auf der Stelle und brauchen stets sofort eine Antwort. Sie hören weder auf Ratschläge noch auf die Person, die versucht, sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sie müssen stets an erster Stelle und vor allen anderen kommen und haben vor nichts Angst.

Hyperaktive Kinder schrecken auch nicht davor zurück, Erwachsene zu unterbrechen, Lehrer eingeschlossen. Jeder soll sich sofort ihren Fragen stellen. Nicht selten bringen diese Kinder sich selbst in Gefahr, um das Gewünschte zu bekommen und ihr Ziel zu erreichen. Sie machen die meisten Dinge schneller, als es gut für sie ist, fallen oft hin und bringen Gegenstände zu Bruch. Bewusst eingesetzt, kann dieses Symptom zu einem starken Antrieb werden. Inzwischen weiss man, dass zahlreiche Unternehmenschefs und Hochleistungssportler hyperaktiv sind.

Quelle: www.passeportsante.net / Illustration: Freepik, Macrovector

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Achtsamkeitsmeditation zur Linderung von Krankheitsbeschwerden

Sich urteilsfrei ganz auf das Hier und Jetzt fokussieren – das ist das Prinzip der Achtsamkeitsmeditation. Diese Praxis hilft vielen Patienten, mit ihrer körperlichen oder psychischen Krankheit besser umzugehen.

Als Horaz sein berühmtes Carpe diem verfasste, war dem Dichter sicher nicht bewusst, dass er damit das Prinzip der Achtsamkeitsmeditation postulierte. Sie wurde 1959 vom Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn begründet und orientiert sich an der buddhistischen Meditation und am Yoga. Gleichzeitig bricht sie jedoch auch mit beiden Praxen, da ihr die spirituelle Zielsetzung fehlt. Ziel der Achtsamkeitsmeditation ist es, Patienten mit speziellen Programmen zu helfen.

Das Prinzip der Achtsamkeitsmeditation liegt darin, die Aufmerksamkeit ganz auf das Hier und Jetzt zu richten, ohne es zu beurteilen. Sie ist praktisch das Gegenteil des als „Autopilot“ bezeichneten Zustands, bei dem unsere Aufmerksamkeit ständig unbewusst zwischen verschiedenen Gedanken hin- und herspringt. Durch Achtsamkeitsmeditation können wir den Alltag hinter uns lassen und zu innerer Freiheit finden, indem wir uns von unseren Reaktionen und Emotionen distanzieren.

DIE LEBENSQUALITÄT DES PATIENTEN ERHÖHEN

Viele Universitätskrankenhäuser bieten ihren Patienten Kurse in Achtsamkeitsmeditation (oder Mindfulness) an. Die Praxis ist nicht auf Heilung ausgerichtet, sondern auf die Reduzierung von Stress, Ängsten oder den depressiven Symptomen, die mit einer Krankheit einhergehen können. Sie wird als Begleitung körperlicher Krankheiten wie Krebs oder chronischen Erkrankungen, aber auch bei psychischen Störungen empfohlen, da sie den Praktizierenden in die Lage versetzt, Zeuge seiner eigenen Gedanken, Gefühle und Reaktionen zu sein. Zahlreiche Studien belegen, dass sich der mentale Zustand von Teilnehmern an Achtsamkeitsprogrammen verbessert. Die Wirksamkeit konnte unter anderem bei Suchterkrankungen sowie bei Ess- und Schlafstörungen und dem Borderline-Syndrom nachgewiesen werden. Je nach Krankheit gibt es spezifische Achtsamkeitsprogramme.

DEPRESSIVE SCHÜBE VERMEIDEN

Als besonders wirksames Mittel gegen Rückfälle bei Depressionen hat sich die auf Achtsamkeit basierende kognitive Therapie bewährt. Nach zwei oder drei solcher Rückfälle kann eine Depression auch ohne grossen Stressfaktor ausgelöst werden, einfach nur infolge einer leichten und vorübergehenden Verschlechterung der Laune. Die meisten Betroffenen versuchen dann, die Ursache ihres Zustands zu verstehen und das Problem zu lösen. Doch dadurch kommt das Gedankenkarussell erst recht in Fahrt. In der Folge treten Rückfälle in die Depression immer häufiger auf. Die Achtsamkeitsmeditation ist ein probates Mittel, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, da sie den Patienten das Gedankenkarussell erkennen lässt. Die Teilnehmer werden aufgefordert, ihre Gedanken mit sachlichem Interesse zu beobachten, ohne auf sie zu reagieren und ohne darauf zu warten, dass sie weiterziehen. Mehrere voneinander unabhängige Studien haben die Wirksamkeit dieser Technik bestätigt. Schätzungen zufolge führt sie zu einem um 50 % reduzierten Rückfallrisiko – das entspricht der Wirksamkeit von Antidepressiva.

Achtsamkeitsmeditation ist sicher kein Wundermittel, aber sie erleichtert den Umgang mit einer Krankheit. Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass sogar Funktion und Grösse des Gehirns beeinflusst werden. Neurowissenschaftliche Studien zum Thema stecken zwar noch in den Kinderschuhen, haben jedoch längst das Interesse am Prinzip Mindfulnessgeschärft.

ACHTSAMKEITSMEDITATION: SO GEHT’S

Achtsamkeitsmeditation können Sie sich ganz einfach selbst aneignen. Wie bei jeder anderen neu erlernten Technik sind auch hier Zeit und Übung entscheidend. Menschen mit klinischen Beschwerden, die sich Linderung durch Meditation erhoffen, raten wir unbedingt zur Teilnahme an einem von einem Trainer geleiteten Programm. Auf den Webseiten des MBSR-Verbands der Schweiz (mbsr-verband.ch) und des Vereins zur Entwicklung der Mindfulness (association-mindfulness.org) finden Sie eine Übersicht von Trainern mit entsprechender Fachausbildung. Die Kosten für einen achtwöchigen Kurs belaufen sich auf etwa 600 Franken.

Sie möchten die Meditation lieber selbst erlernen? Wählen Sie dafür einen ruhigen Ort und setzen sie sich bequem und aufrecht hin. Atmen Sie gleichmässig und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Atmung, ohne diese zu verändern. Beobachten Sie dabei Ihre Gefühle. Vermutlich wird ihre Aufmerksamkeit durch einen Gedanken oder ein Gefühl von der Atmung abgelenkt. Das ist ganz normal. Nehmen Sie diese Ablenkung einfach zur Kenntnis, ohne Schuldgefühle und ohne Interpretationsversuche. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit erneut auf Ihre Atmung. Beginnen Sie mit 10 Minuten am Tag. Erhöhen Sie die Dauer zunächst auf 15, dann auf 20 Minuten. Beobachten Sie Ihre Erfahrungen und seien Sie geduldig.

Quelle: www.planetesante.ch / Illustration: Freepik

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Schlafmangel, ein Risiko für die Gesundheit

Zu kurze oder unruhige Nächte berauben uns nicht nur der zahlreichen positiven Effekte des Schlafes, sondern sie haben auch andere unerwünschte Folgen. Schläfrigkeit, Depression und Fettleibigkeit sind nur einige der Gefahren, die auf schlechteSchläfer lauern. 

Könnte es sein, dass Schlafmangel tötet? Selbst wenn diese Idee auf den ersten Blick übertrieben scheint, besteht kein Zweifel an der Tatsache, dass zu wenig Schlaf die Sterblichkeit erhöht. Mit dem Schlafmangel wächst das Risiko von Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Die physischen und psychischen Folgen machen sich im Alltag schnell bemerkbar. Jeder von uns hat es schon erlebt: Wenn wir zu wenig oder schlecht geschlafen haben, fehlt uns am Morgen jede Energie. Das ist nicht verwunderlich, denn Schlafmangel wirkt sich negativ auf die Ausdauer und die körperliche Leistungsfähigkeit aus.

Noch bedenklicher ist jedoch, dass die unvermeidliche Schläfrigkeit das Urteilsvermögen beeinträchtigt und zu Fehleinschätzungen von Risiken führt. Müdigkeit wird somit zu einer wichtigen Unfallursache, insbesondere am Steuer: Nach Angaben der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ist die Schläfrigkeit für 10 bis 20 % der Verkehrsunfälle verantwortlich.

GEWICHTSZUNAHME UND NIEDERGESCHLAGENHEIT

Nach einer unruhigen oder zu kurzen Nacht kämpft man sich meist qualvoll durch den Tag. Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, aber auch Reizbarkeit und Stimmungsstörungen sind häufig das Los all jener, die nicht genügend Schlaf bekommen. Grosse Müdigkeit ist ebenfalls ein bekanntes Zeichen von Depression: Die Mehrzahl der an dieser Krankheit leidenden Personen klagt über Schlaflosigkeit. Wer nächtelang grübelt, schläft oft erst spät ein und ist bereits in aller Frühe wieder wach.

Auch in Bezug auf das Körpergewicht bleibt der Schlafmangel nicht ohne Konsequenzen. Er wirkt sich negativ auf das hormonelle Gleichgewicht aus und trägt auf diese Weise zur Gewichtszunahme bei. So sinkt z. B. der Leptinspiegel. Leptin ist ein während des Schlafes von den Fettzellen freigesetztes Hormon, das den Appetit zügelt. Durch unzureichenden Nachtschlaf wird diese natürliche Bremsfunktion, welche uns normalerweise davon abhält, übermässig viel zu essen, teilweise gelähmt. Darüber hinaus kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Orexin, einem Hormon, das Ermüdungserscheinungen entgegenwirkt, uns aber gleichzeitig zum Essen ermutigt, obwohl wir keinen Hunger verspüren. Wenn wir schlecht oder zu wenig schlafen, haben wir demnach mehr Hunger und neigen dazu, zwischen den Mahlzeiten zu naschen. Eine kaum zu überbietende Kombination, um Pfunde anzusammeln!

Quelle: www.planetesante.ch / Abbildung: Freepik

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Die wohltuende Wirkung der Höhenluft

Im Gebirge zu leben oder dort den Urlaub zu verbringen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, vor allem, wenn man sich dabei bewegt. Besonders vorteilhaft sind Bergaufenthalte für Personen, die an Übergewicht oder Bluthochdruck leiden, aber auch für ältere Menschen.

Einer landläufigen Meinung zufolge wird das Gebirge oft mit Gefahren für die Gesundheit in Verbindung gebracht. Tatsächlich nimmt der atmosphärische Druck – d. h. die Konzentration der in der Umgebungsluft enthaltenen Sauerstoffpartikel – mit zunehmender Höhe ab, sodass Lungen und Körper eine geringere Sauerstoffmenge als in der Ebene zur Verfügung steht. Dieses Phänomen wird mit «hypobarer Hypoxie» bezeichnet. Zum Ausgleich dieses Sauerstoffmangels beschleunigt sich die Atmung. Dies führt zu einer Hyperventilation, welche mit einer Abnahme des Kohlenstoffdioxid-Partialdruckes (pCO2) in den Blutgefässen einhergeht (Hypokapnie). Auch die Gefahr von Schlafapnoe und Bluthochdruck steigt, wenn man im Hochgebirge übernachtet.

Wer schon einmal eine Nacht in einer Berghütte in 3’000 m Höhe verbracht hat, erinnert sich vielleicht noch an die Symptome der sogenannten Höhenkrankheit: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit oder Schwindel. Und in über 4’000 m Höhe besteht sogar die Gefahr eines Lungen- und Hirnödems.

GEWICHTSVERLUST

In moderaten Höhenlagen (zwischen 1’000 und 1’800 m) hat der Abfall des Sauerstoffdrucks der Umgebungsluft jedoch mehrere positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Ähnlich wie bei Spitzensportlern, die zur Steigerung ihrer Leistungen unter hypoxischen Bedingungen, d. h. unter unzureichender Sauerstoffversorgung des Körpergewebes trainieren, werden durch den Druckabfall bestimmte Mechanismen im Körper ausgelöst.

Man braucht jedoch kein Hochleistungssportler zu sein, um von diesen gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren. Wer sich unter Hypoxie-Bedingungen körperlich betätigt, fördert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung seiner Muskeln sowie die Entspannung der Blutgefässe. Gerade bei Personen, die unter Bluthochdruck leiden, kann sich das sehr positiv auswirken. Obwohl der Bluthochdruck normalerweise mit zunehmender Höhe ansteigt, nimmt er im Gegenteil bei kurzer Verweildauer im Gebirge ab. Bereits ein dreitägiger Aufenthalt in 2’500 m oder einige Stunden in 4’500 m Höhe bewirken eine Senkung des Blutdrucks. Darüber hinaus gibt es wohl kaum ein effizienteres Mittel zur Bekämpfung von Übergewicht als das Gebirge. Übergewichtige Personen, denen schnelles Laufen oder allein schon längeres Gehen ohne Schmerzen schwerfällt, können ihren Energieverbrauch durch körperliches Training in Höhenlagen erheblich steigern. Da Sauerstoffmangel (Hypoxie) überdies den Appetit zügelt, kann er potenziell zum Abbau von Körperfett und somit zur Gewichtsreduktion beitragen.

Aber das ist noch nicht alles, denn der Aufenthalt im Gebirge lindert ebenfalls entzündliche Prozesse, erhöht die Elastizität der Arterien und verbessert die Insulinempfindlichkeit von Diabetikern. Darüber hinaus konnte in Studien nachgewiesen werden, dass der Anteil von  fettleibigen Personen bei Bevölkerungsgruppen, die in über 1‘000 m Höhe leben, geringer ist als im Flachland.

RÜCKGANG DER STERBLICHKEITSRATE 

Des Weiteren scheinen Aufenthalte in Höhenlagen mehrere mit dem Alterungsprozess verbundene Erkrankungen zu verzögern bzw. ihre Entwicklung zu hemmen, da kardiovaskuläre Risikofaktoren durch die Bergluft reduziert und gleichzeitig die körperliche Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden gesteigert werden. In einer von Forschern der Universität Zürich durchgeführten Studie mit mehr als anderthalb Millionen Schweizerinnen und Schweizern konnte nachgewiesen werden, dass sich das Sterblichkeitsrisiko infolge von Herzinfarkt bei in mittleren Höhenlagen lebenden Personen um 22 % und infolge von Schlaganfall um 12 % reduziert. Ein österreichisches Forscherteam konnte einen Rückgang der Mortalitätsrate durch Darmkrebs bei Männern und durch Brustkrebs bei Frauen beobachten. Ähnliche Ergebnisse wurden in Studien erzielt, die in den USA durchgeführt wurden.

Wer nicht das Glück hat, im Gebirge zu leben, sollte sich zumindest zeitweise dort aufhalten. Und Menschen, die im Flachland leben,  wird empfohlen, eher in den Bergen als am See entlang zu wandern oder zu joggen.

PRAKTISCHE RATSCHLÄGE

Wer von der schützenden Wirkung des Gebirges auf Herz und Gefässe bzw. ganz allgemein auf den Körper profitieren möchte, dem wird empfohlen, in 1’000 m bis 1’500 m Höhe sportliche Aktivitäten mässiger Intensität zu betreiben, wie z. B. Klettern, Lauftraining, Nordic Walking, Skilanglauf, Mountainbike oder Schwimmen. Dabei sollten zwischendurch intensivere Übungssequenzen eingelegt werden, wie den Hang hinauf zu laufen oder bergan zu wandern. Ältere Menschen könnten z. B. ein paar Schritte schneller gehen.

Personen, die an Bluthochdruck leiden, wird geraten, ihre Aufenthaltsdauer in den Bergen zu begrenzen, und Menschen mit starkem Übergewicht wird empfohlen, mit geringer Intensität zu trainieren und das Bergablaufen zu vermeiden. Senioren sollten für längere Bergaufenthalte mittlere Höhenlagen bevorzugen.

Quelle: www.planetesante.ch / Abbildung: Freepik

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Die fünf häufigsten Zwangsstörungen

Zwangsstörungen gehören zu den psychiatrischen Störungen, die in den meisten Fällen während der Pubertät zum ersten Mal auftreten. Die Betroffenen leiden an einem inneren Zwang bzw. einem unwiderstehlichen Drang, der mit panischer Angst, Unbehagen oder Ekel verbunden ist. Zwangsgedanken bzw. Zwangshandlungen äussern sich meist in Form von Ritualen und können über mehrere Stunden anhalten. Nachfolgend haben wir die geläufigsten Zwangsstörungen kurz beschrieben: 

REINIGUNGS- UND WASCHZWÄNGE
Menschen, die an dieser Zwangsstörung leiden, haben übermässige Angst oder empfinden Ekel vor Körperflüssigkeiten oder -ausscheidungen aller Art sowie vor Bakterien, Viren, Umweltschadstoffen, Abfall, Insekten, Keimen usw. Allein der Anblick bzw. ein äusserer Reiz kann genügen, um eine Krise auszulösen. Der physische Kontakt mit einer Verunreinigung veranlasst die betroffene Person aus Angst, sich anzustecken oder schmutzig zu werden, zu übertriebenen Waschritualen: Sie hat das unwiderstehliche Bedürfnis, mehrmals täglich ausgiebig zu duschen und sich ständig die Hände zu waschen. Solche Menschen neigen ebenfalls dazu, ihr Zuhause unentwegt zu putzen.

KRANKHAFTER ZWEIFEL UND ZWANGSBEFÜRCHTUNGEN
Die betroffenen Personen haben permanent Angst, etwas vergessen und/oder einen Fehler gemacht zu haben. Diese Form der Zwangsstörung äussert sich darin, dass die Betroffenen alles systematisch und übertrieben oft kontrollieren. Krankhafter Zweifel geht häufig mit mehr oder weniger zwingenden Kontrollritualen einher, die gemäss einer genauen Abfolge ausgeführt werden. Die Patienten überprüfen beispielsweise fünfmal hintereinander, ob sie die Tür richtig abgeschlossen haben, und können dieses Ritual bei grosser Angst auch mehrmals wiederholen. Andere lesen einen Text zehnmal durch, weil sie befürchten, einen Fehler übersehen zu haben.

MAGISCHE GEDANKEN UND ABERGLAUBE
Menschen, die an dieser Zwangsstörung leiden, sind von der Angst besessen, dass sie ihren Mitmenschen Unglück bringen oder gar ein schreckliches Ereignis auslösen könnten. Sie sind fest davon überzeugt, dass eine bestimmte Zahl, eine Farbe oder ein Zeichen eine Katastrophe herbeiführen kann. Diese zwanghaften Gedanken haben oft einen religiösen bzw. spirituellen Hintergrund: Angst vor Blasphemie, Angst, ein Sakrileg zu begehen, ständige Unterteilung in „Gut“ und „Böse“ … Die zwanghafte Angst vor Unglück sowie Aberglaube werden häufig von beschwörerischen Ritualen begleitet, die in Form von Wiederholungen einer Handlung (beispielsweise muss ein bestimmter Gegenstand dreimal hintereinander berührt werden), eines Wortes oder eines Zählzwangs (Arithmomanie) erfolgen können.

ZWANGHAFTES BEDÜRFNIS NACH SYMMETRIE UND GENAUIGKEIT
Menschen, die an dieser Form der Zwangsstörung leiden, haben ein starkes Bedürfnis nach der geometrischen Anordnung von Gegenständen, sind extrem ordnungsbewusst und räumen ständig auf. Dieser Ordnungswahn geht mit Anordnungs- und Prüfritualen einher: Jedem Gegenstand wird ein ganz bestimmter Platz zugeordnet, alles muss symmetrisch sein. Manche Betroffene verbringen darüber hinaus viel Zeit damit, jedem Gegenstand den richtigen Platz zuzuweisen. Ein Objekt, das nicht an seinem Platz ist, kann bei solchen Menschen panische Angst hervorrufen und mitunter unsinnige Gedanken auslösen, wie zum Beispiel: «Wenn dieser Gegenstand nicht an seinem Platz ist, wird sich ein Unfall ereignen». Das zwanghafte Bedürfnis nach Symmetrie und Genauigkeit kann auch dazu führen, dass die Betroffenen sich selbst verbieten, bestimmte Gegenstände zu berühren bzw. zu verwenden.

HORT- UND SAMMELZWÄNGE
Vom Hort- und Sammelzwang betroffene Menschen haben Angst davor, versehentlich etwas Wertvolles oder Wichtiges wegzuwerfen, wobei es ihnen schwer fällt, zwischen wichtigen und wertlosen Sachen zu unterscheiden. Sie horten unnütze Gegenstände und mitunter sogar Müll, sammeln stapelweise Prospekte, alte Zeitschriften oder andere Dinge. Manche Patienten fokussieren sich auf eine bestimmte Art von Gegenständen, andere sammeln wahllos alles, was ihnen zwischen die Finger kommt. Allein der Gedanke, sich von Gegenständen trennen zu müssen, ruft bei ihnen grosse Angst hervor.

Quelle: www.passeportsante.org / Abbildung: Freepik, Rawpixel.com

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Sonne: Kennen Sie Ihren Hauttyp?

Sowohl die Dauer des Sonnenbades als auch die Wahl des Sonnenschutzes hängen vom jeweiligen Hauttyp ab. Bei rothaarigen Menschen mit hellen Augen ist besondere Vorsicht geboten, denn ihre Haut ist längst nicht so gut gegen UV-Strahlen gewappnet wie die von dunkelhaarigen und braunäugigen Personen. Sobald die warme Jahreszeit beginnt, muss dieser Tatsache ernsthaft Rechnung getragen werden.

In der Dermatologie wird zwischen sechs verschiedenen Haut- bzw. sogenannten «Phototypen» unterschieden. Diese Klassifizierung ist angesichts der zahlreichen ethnischen Mischtypen äusserst theoretisch, gibt jedoch dennoch Auskunft über die Sensibilität der Haut gegenüber UV-Strahlung. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass jede Haut, unabhängig vom Phototyp, sonnenbrandgefährdet ist.

Während es bei den Phototypen 2 bis 6 ausreicht, die Haut langsam an die Sonneneinstrahlung zu gewöhnen, um sie besser vor den UV-Strahlen schützen zu können, ist dies bei lichtempfindlichen Menschen, die dem Phototyp 1 angehören (Rothaarige mit grünen Augen) nicht der Fall, weil ihre Haut als Reaktion auf die UV-Strahlen kein Melanin produziert und sich ihre Haut sofort und übergangslos rot färbt. Übrigens ist Melanin ein Molekül, das insbesondere in den Haaren und in der Haut vorhanden ist, und sie vor den aggressiven UV-Strahlen schützt. Wer dem Phototyp 2 (nordischer Typ) angehört, hat eine gewisse Chance, sich im Laufe des Sommers über eine goldbraune Hautfarbe freuen zu können, während Menschen der Phototypen 3 und 4 (Mischtyp und mediterraner Typ) sich lediglich zu Beginn der warmen Jahreszeit vor der Sonne schützen und im Hochsommer die Sonnenbestrahlung der heissen Mittagsstunden meiden sollten.

Inder und Afrikaner können getrost auf Sonnencreme verzichten, denn das Risiko, nach einem Sommer am Genfer See ein Melanom (Hautkrebs) zu entwickeln, ist bei ihnen äusserst gering. Bei den hellen Phototypen ist diese Gefahr jedoch dreimal höher. Allgemein wird geraten, sich vor allem in den Bergen nicht ohne Kopfbedeckung der Sonne auszusetzen und sich vor Sonnenstichen in Acht zu nehmen.

HAUTPATCHES UND APPS, UM SICH VOR DEN UV-STRAHLEN ZU SCHÜTZEN
Die verschiedenen Kosmetikmarken lassen sich ständig neue Mittel und Wege einfallen, um die Haut wirksam vor der Sonne zu schützen. Es gibt sogar selbstklebende Hautpatches, die direkt auf der Haut angebracht werden und bis zu fünf Tage dort verbleiben sollen, um die individuelle UV-Belastung genau mitzuverfolgen. Anschliessend wird das Patch mit einem Smartphone fotografiert und der Grad der UV-Einstrahlung mit Hilfe einer App ermittelt. Je nach Ergebnis wird der Benutzer gegebenenfalls aufgefordert, seine Haut mit einem Sonnenschutzmittel zu schützen. Vernetzte Objekte, Patches und andere Anwendungen sind tatsächlich recht praktisch, um sich bewusst zu machen, wie lange wir uns der Sonne aussetzen sollten und welche Risiken damit verbunden sind. Ohne diese elektronischen Hilfsmittel dürfte jedoch auch der gesunde Menschenverstand genügen, um ein vernünftiges Verhalten an den Tag zu legen.

Mehrere Apps bieten die Möglichkeit, den UV-Index nach geografischen Regionen zu berechnen, da die Intensität der Sonneneinstrahlung von Ort zu Ort verschieden ist. Eine Faustregel gilt jedoch in jedem Fall für die Phototypen 2, 3 und 4: Während der Mittagsstunden möglichst im Schatten bleiben, regelmässig Sonnencreme mit einem Schutzfaktor von mindestens 25 auftragen, Kindern ausserdem ein UV-dichtes T-Shirt anziehen und einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille tragen. Hier sei daran erinnert, dass selbst die sogenannten Sunblocker bzw. Sonnencremes mit sehr hohem Lichtschutzfaktor zur Mittagszeit gegen Tropensonne nicht viel ausrichten können!

Quelle: www.planetesante.ch / Abbildung: Freepik, Macrovector

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