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Die Aromatherapie

Als Aromatherapie wird die medizinische Anwendung duftender Pflanzenextrakte bezeichnet. Im Gegensatz zur Pflanzenheilkunde, bei der alle Teile einer Pflanze verwendet werden, kommen bei der Aromatherapie nur die wohlriechenden und flüchtigen Pflanzenbestandteile zum Einsatz: die ätherischen Öle.

 

Ein kurzer Blick in die Geschichte

Öle aus Pflanzen gab es bereits vor mehreren Jahrtausenden in China und Indien. Auch im alten Ägypten und im antiken Griechenland wurden Pflanzenextrakte erwiesenermassen zu medizinischen Zwecken eingesetzt; bei den Römern wiederum fanden sie in Form von Fettsalben Verwendung. Im Mittelalter erfand der persische Alchimist und Arzt Avicenna das Alambic genannte Gefäss, das zu einer Vereinfachung der Extraktionsverfahren führte. Im 19. Jahrhundert begann man damit, die Eigenschaften der verschiedenen Pflanzenextrakte herauszuarbeiten und zu klassifizieren. Die Prägung des Begriffs „Aromatherapie“ geht auf ein Werk des französischen Chemikers Gattefossé aus dem Jahr 1935 zurück.

Die meisten ätherischen Öle werden durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Zuweilen benötigt man mehrere Kilogramm eines bestimmten Teils der ausgewählten Pflanze (Blüte, Blatt, Holz usw.), um wenige Tropfen ätherisches Öl zu produzieren.

In der Regel kommen die ätherischen Öle gemischt mit

 

einem Basisöl (Lösung in Öl) oder in Form einer Creme oder Lotion (Öl-Wasser-Emulsion) für die äussere Anwendung zum Einsatz. Für die orale Einnahme werden die Öle mit Zucker, Honig oder einem Speiseöl gemischt. Bei einigen therapeutischen Anwendungen ist Auch eine Verabreichung in Kapseln oder Zäpfchen möglich. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Verdampfung in die Raumluft und die Inhalation.

Anerkannte therapeutische Eigenschaften

Es gibt zahlreiche ganz geläufige Anwendungsmöglichkeiten für ätherische Öle. Neben der Selbstmedikation im Wellness-Bereich (Entspannung, Bäder, Massagen und Kosmetik) und der Verwendung als Einschlafhilfe werden sie häufig aufgrund ihrer infektionshemmenden (Desinfektion und Heilung von Wunden), entzündungshemmenden (Behandlung von Verletzungen) und blutdrucksenkenden Eigenschaften sowie ihres positiven Einflusses auf die Atmung, die Durchblutung und die Verdauung eingesetzt.

 

Wichtig ist, vor der Verwendung der ätherischen Öle eine Fachperson zu konsultieren, da ihre Eigenschaften nicht immer zweckmässig sind. Besondere Vorsicht ist bei sehr jungen Kindern, schwangeren Frauen und Allergikern geboten. Hinzu kommt, dass einige Nebenwirkungen recht schwerwiegend sein können, da bestimmte in den ätherischen Ölen enthaltene Moleküle hochwirksam sind. Da die Anwendung dieser Öle in den vergangenen Jahren alltäglich geworden ist, häufen sich auch die mehr oder minder schweren Unfälle. Das sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, die Bevölkerung zu informieren und zum richtigen Umgang mit dieser Therapie anzuleiten. Schliesslich ist zu bedenken, dass manche ätherische Öle giftig sind und demzufolge nicht ohne Empfehlung einer Fachperson verwendet werden dürfen. Zu nennen sind hier Bittermandel, Anis, Arnika, Gelb-Birke, Kampfer, Estragon, Wintergrün, Poleiminze, Senf, Oregano, Garten-Salbei und Thuja.

 

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Phytotherapie

Das Wort Phytotherapie setzt sich aus zwei griechischen Begriff en zusammen (phyton = Pflanze, therapeia = das Dienen im Sinne der Behandlung von Kranken) und bedeutet demnach so viel wie „mit Pflanzen heilen“. Es handelt sich um eine jahrtausendealte Praxis, die auf einem empirischen Wissen beruht, das über unzählige Generationen hinweg weitergegeben und stetig erweitert wurde.

 

Heute stützt sich die Phytotherapie auf dieses traditionelle Wissen und die Entdeckungen der modernen Medizin. Die noch relativ neue Begegnung dieser beiden Welten und die Tatsache, dass es in diesem Bereich nur wenige Standards gibt, haben zur Folge, dass es sowohl in der therapeutischen Praxis als Auch bei der Ausbildung noch sehr grosse Unterschiede gibt.                                                                                               Insgesamt lassen sich in der Pflanzenheilkunde zwei grosse Tendenzen beobachten: Einige Therapeuten legen den Akzent vor allem auf die empirischen Erkenntnisse über die einzelnen Pflanzen und ihre seit Urzeiten bekannten Wirkungen. Sie interessieren sich für die Wirkung der Pflanze in ihrer Gesamtheit auf den ganzen Menschen. Andere Therapeuten stützen sich mehr auf die biochemischen Erkenntnisse und kümmern sich eher um die Symptome der jeweiligen Krankheiten und die Wirkungsweise der einzelnen Pflanzenwirkstoffe. Die Verwendung von Heilpflanzen ist heute noch immer die weltweit verbreitetste Form der Medizin. Allerdings verlor sie Ende des 19. Jahrhunderts im Westen mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Medizin und moderner Medikamente (Aspirin, Antibiotika, Cortison usw.) schnell an Bedeutung. Doch seit den 1970er-Jahren wenden sich die Menschen wieder vermehrt den Heilpflanzen zu. Ihre wachsende Beliebtheit hat die Wissenschaft veranlasst, neue Forschungen durchzuführen. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere systematische Reviews und randomisierte klinische Studien zur Phytotherapie veröffentlicht. Untersuchungsgegenstand waren dabei vor allem die folgenden gesundheitlichen Probleme: Arthritis, Krebs, Alzheimer, Symptome der Menopause und Schmerzen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz der Phytotherapie – sei es allein oder in Kombination mit der klassischen Medizin – für die Behandlung bestimmter Krankheiten erfolgversprechend ist. Allerdings lässt die mangelhafte Qualität mehrerer dieser Studien nur eingeschränkt Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit der Phytotherapie zu.

Im Allgemeinen haben die gängigen Heilpflanzen sehr wenige bzw. überhaupt keine unerwünschten Wirkungen, was einer ihrer grössten Vorteile ist. Hinzu kommt, dass das Zusammenwirken der einzelnen Bestandteile nach und nach besser verstanden und in der Wissenschaft akzeptiert wird. Und entgegen der landläufigen Meinung ist inzwischen erwiesen, dass sich mehrere Pflanzen praktisch unmittelbar auf den Stoffwechsel auswirken.

 

point-d-interrogation_googleNachgewiesene Wirksamkeit oder Placeboeffekt?

Eine Frage stellt sich gleich zu Beginn: Warum sollte eine ganze, vollständig verwendete Pflanze wirksamer sein, als ein bestimmtes darin enthaltenes Molekül, das man aus der Pflanze extrahieren könnte, um es in Form eines Medikamentes zu verabreichen? In bestimmten Fällen wurde nachgewiesen, dass starke Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Bestandteilen einer Pflanze ihre therapeutische Wirkung verstärken können, und zwar unabhängig davon, ob es sich um pharmakokinetische Wechselwirkungen (eine Substanz hemmt oder aktiviert eine andere Substanz) oder epigenetische Mechanismen (eine Substanz fördert die Expression bestimmter Gene, die die Wirkung einer anderen Substanz verstärken) handelt. Als Beispiel sei hier eine Pflanze namens Teufelskralle (Harpagophytum) genannt, die bei der Behandlung von Arthroseschmerzen eine bessere Wirksamkeit zeigte als Harpagosid – der wirksame Bestandteil dieser Pflanze – allein.

Bei Fällen, in denen die Wissenschaft die Wirksamkeit einer Pflanze nicht formell nachweisen konnte, sollte der positive Einfluss des Placeboeffektes, der in erheblichem Masse zur tatsächlichen therapeutischen Wirkung der Pflanze beiträgt, nicht unterschätzt werden. Diesbezüglich ist die Akzeptanz des Patienten seiner Behandlung gegenüber und insbesondere die Beziehung zwischen dem Patienten und dem Therapeuten (Arzt, Apotheker) von wesentlicher Bedeutung. In der westlichen Schulmedizin ist die pharmakologische Wirkung eines Medikaments im Allgemeinen ziemlich hoch, während dem Placeboeffekt hinsichtlich seiner Behandlungswirksamkeit offenbar nur eine bescheidene Rolle zugemessen wird. In alternativen Therapieansätzen kommt dem Placeboeffekt aufgrund der allgemein menschlicheren und ganzheitlicheren Herangehensweise des Therapeuten und des Patienten eine höhere  Bedeutung zu. Im Übrigen wäre die Medizin gut beraten, den therapeutischen Nutzen des Placeboeffektes in grösserem Umfang zu berücksichtigen, denn es ist bekannt, dass er im Schnitt etwa 30% der therapeutischen Wirkung ausmacht, bei psychiatrischen Krankheiten mit einem Anteil von über 50% zum Heilerfolg beiträgt und bei bestimmten Schmerzen sogar bis zu 85%.

 

 

Achtung vor Kontraindikationen

„Natürlich“ bedeutet nicht zwingend harmlos. So sind einige Pflanzen schlechthin giftig, während andere in Kombination mit anderen Heilpflanzen, Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln schädlich sein können.

Die gleichzeitige Einnahme von Heilpflanzen und Medikamenten bzw. Nahrungsergänzungsmitteln kann zu Wechselwirkungen der jeweiligen Wirkstoffe führen und zuweilen sogar schwere Nebenwirkungen auslösen. Hier einige Beispiele:

1. Weissdorn kann gelegentlich Palpitationen (Wahrnehmung des eigenen Herzschlags), Tachykardie (Herzrasen), Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzewallungen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Kontraindiziert ist Weissdorn bei schwangeren Frauen (in den ersten drei Monaten) und Kindern unter 12 Jahren. Personen, die sich wegen Herzbeschwerden oder aufgrund einer Thrombozyten-Dysfunktion in Behandlung befinden, müssen ihren Arzt um Rat fragen.

2. Asthmatikern mit einer Pollenallergie wird davon abgeraten, Kamille zu verwenden. Vorsichtshalber gilt diese Warnung Auch für schwangere Frauen. Nicht empfehlenswert ist zudem eine Kombination von Kamille mit Alkohol und Blutverdünnungsmitteln.

3. Baldrian kann zu leichter Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden führen. Schwangeren Frauen wird von der Verwendung von Baldrian vorsichtshalber abgeraten. Baldrian darf weder zusammen mit Alkohol (Risiko der Schläfrigkeit) noch in Kombination mit anderen angstlösenden oder schlaffördernden Mitteln eingenommen werden. Es bestehen Wechselwirkungen mit Blutverdünnungsmitteln, Eisen in Nahrungsergänzungsmitteln und Opioid-Analgetika.

4. Johanniskraut wird bei leichten Depressionen empfohlen und kann die Wirkung einiger Medikamente verringern (z. B. Blutverdünnungsmittel, orale Verhütungsmittel, Antidepressiva usw.). Phyto

 

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