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All Posts in Category: Gesundheit

Haarausfall: besser vorbeugen als heilen!

Alopezie ist ein medizinischer Fachausdruck für Haarausfall, der zur teilweisen oder völligen Haarlosigkeitführt. Kahlköpfigkeit ist die häufigste Alopezieform und betrifft hauptsächlich Männer. Dieses natürliche Phänomen ist sehr oft auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen. Andere Alopezieformen können auf ein gesundheitliches Problem hinwiesen oder beispielsweise durch die Einnahme von Medikamenten verursacht werden.

Auf Griechisch bedeutet alôpex «Fuchs». Das Wort Alopezie verbildlicht den starken Haarausfall bei Füchsen im Frühjahr.

Zurzeit werden mehrere Untersuchungen durchgeführt, um die Ursachen der Kahlköpfigkeit besser zu verstehen. Die Erbanlage scheint ein massgeblicher Faktor zu sein. Bei Männern wird Kahlköpfigkeit durch männliche Sexualhormone (Androgene) wie zum Beispiel Testosteron beeinflusst. Testosteron beschleunigt den Lebenszyklus der Haare.Im Laufe der Zeit werden diese immer feiner und kürzer. Die Haarfollikel schrumpfen und stellen die Haarproduktion schliesslich ganz ein. Darüber hinaus scheinen bestimmte Haartypen in höherem Masse vom Testosteronspiegel beeinflusst zu werden. Die Gründe für Kahlköpfigkeit bei Frauen wurden weit weniger erforscht. Auch Frauen produzieren Androgene, aber in sehr geringer Menge. Bei manchen Frauen könnte die Kahlköpfigkeit auf einen überdurchschnittlich hohen Androgenspiegel zurückzuführen sein, aber der Hauptfaktor ist und bleibt die erbliche Veranlagung (zum Beispiel wenn die Mutter, die Schwester oder eine andere Verwandte an Kahlköpfigkeit leidet).

Es gibt kein Wundermittel, um Alopezie vorzubeugen, vor allem wenn diese erblichen Ursprungsist. Ein paar einfache Massnahmen tragen jedoch zu einer besseren Haargesundheit bei.

Richtige Haarpflege

– Die Haare regelmässig und sorgfältig pflegen.

– Kämme, Bürsten und anderes Haarzubehör sind persönliche Gegenstände, die man niemandem leihen sollte.

– Möglichst wenig chemische Produkte (Haarfärbemittel, Fixiermittel usw.) verwenden.

– Beim Frisieren oder beim Aufstecken der Haare mit Spangen usw. darf nicht übermässig an den Haaren gezogen werden.

Gesunde Ernährung

Mehrere Spurenelemente, insbesondere Magnesium, Calcium, Eisen, Kalium und Zink, sind für die Haargesundheit sehr wichtig.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist unerlässlich, um dem Mangel eines dieser Spurenelemente vorzubeugen.

Vermeidung von Stress

Bei Stress scheidet der Körper Androgene aus, deren übermässige Produktion die Kahlköpfigkeit fördert. Es ist wichtig, den Ursprung von Stress zu erkennen, um mit stressauslösenden Situationen besser umgehen zu können. Die Anwendung von Entspannungstechniken kann hier sehr hilfreich sein.

Schnell handeln

Es ist zwar in manchen Fällen möglich, den Haarausfall zu bremsen, aber dasNachwachsen neuer Haare erweist sich als wesentlich grösseres Problem.

Bei Chemotherapie bzw. Strahlentherapie

Manche Chemotherapien verursachen Haarausfall, wobei es jeweils auf die Art der Chemotherapie, ihre Dosierung, die Behandlungsdauer und andere persönliche Faktoren ankommt. Auch eine Strahlentherapie kann zum Verlust der Behaarung führen.Üblicherweise wachsen Körperbehaarung und Haare ein paar Wochen oder Monate nach Behandlungsende wieder nach. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Auswirkungen solcher Therapien zu lindern. Hier ein paar Ratschläge:

  • mildes Shampoo und eine weiche Haarbürste verwenden
  • lassen Sie Ihr Haar an der Luft trocknen oder wählen Sie eine niedrige Temperatureinstellung,wenn Sie einen Fön verwenden
  • Das Färben der Haare und Dauerwellen sind nicht empfehlenswert

Tragen Sie eine Kühlhaube während der Chemotherapie, um die Blutzufuhr zu den Haarfollikeln zu drosseln. Bei manchen Krebsarten ist diese Methode allerdings kontraindiziert.

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Wie beugt man Blasenentzündungen vor?

Zystitis (Blasenentzündung) ist fast ausschliesslich eine Frauenkrankheit. Die Entzündung wird meist durch die Proliferation (Vermehrung) von Darmbakterien vom Typ Escherichia coli verursacht, die rund um den Anus sehr zahlreich vorhanden sind. Die Bakterien gelangen aus der Region des Afters und der Vulva über die Harnröhre in die Blase. Alles was die Blasenentleerung beeinträchtigt, erhöht das Blasenentzündungsrisiko, weil der Harn länger in der Blase verbleibt und sich somit die Zeitspanne verlängert, in der sich die Bakterien vermehren können. Eine Blasenentzündung geht immer mit einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) einher.

Ein paar einfache Massnahmen, um das Risiko einer Harnwegsinfektion zu vermindern …

  • Ausreichend trinken, insbesondere Wasser. Es wird empfohlen, täglich sechs bis acht Gläser Wasser oder andere Getränke (Säfte, klare Suppen, Tee usw.) zu trinken. Diese Mengenangabe dient als Richtlinie, beruht jedoch nicht auf genauen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Cranberry-Saft ist ein wirksames Mittel, um Rückfällen vorzubeugen, da er die Bakterien anscheinend daran hindert, sich an den Zellwänden der Harnwege Ein gesunder Erwachsener sollte täglich zwischen einem halben Liter und zwei Litern Urin ausscheiden.
  • Harndrang nicht zu lange zurückhalten, da den Bakterien in einer vollen Blase Zeit gelassen wird, sich zu vermehren.
  • Verdauungsstörungen und insbesondere Verstopfungen bekämpfen, da in solchen Fällen Bakterien im Mastdarm verbleiben und dadurch Blasenentzündungen begünstigt werden.

… insbesondere bei Frauen

  • Junge Mädchen und Frauen können Blasenentzündungen am besten vorbeugen, indem sie sich nach dem Stuhlgang oder Wasserlassen mit Toilettenpapier immer von vorn nach hinten säubern (von der Scheide zum After).
  • Die Anal- und Vulva-Region täglich waschen. Allerdings ist von einer zu «aggressiven» Intimpflege abzuraten, da sie die Schleimhäute angreift. Von parfümierten Pflegemitteln (Intimparfums, Vaginalduschen) im Genitalbereich sowie von Badezusätzen und Schaumbädern wird abgeraten, da die Schleimhaut der Harnröhre dadurch gereizt werden kann. Solche Reizungen können Symptome hervorrufen, die denen einer Blasenentzündung sehr ähnlich sind. Wer unbedingt ein Pflegemittel verwenden möchte, sollte darauf achten, dass es keine Reizstoffe enthält und einen neutralen pH-Wert aufweist.
  • Nach jedem Geschlechtsverkehr sofort die Blase entleeren. Verwenden Sie immer Kondome mit Gleitgel, die den Genitalbereich besser schützen. Zögern Sie nicht, zusätzliches Gleitgel zu verwenden. Bei Vaginaltrockenheit empfiehlt es sich, während des Geschlechtsverkehrs ein wasserlösliches Gleitmittel zu benutzen, um Reizungen zu vermeiden.
  • Bei häufigen Entzündungen, die auf die Verwendung eines Diaphragmas zurückzuführen sind, wird ein anderes Verhütungsmittel empfohlen.

Quelle: www.passeportsante.net

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Depression endgültig überwinden

Während das Hauptziel aller therapeutischen Behandlungen der Depression noch vor Kurzem die Linderung der Symptome der akuten Krankheitsphase war, widmen Fachärzte heute der Qualität der Heilung ihrer Patienten erhöhte Aufmerksamkeit. Es gilt, jedem Rückfall vorzubeugen, der durch «Restsymptome» ausgelöst werden könnte.

Die Heilung einer Depression ist oft ein langer Weg, der von Remissionsphasen, d. h. einem vorübergehenden Abklingen der Krankheitssymptome, und von Rückfällen geprägt ist. In den letzten Jahren haben sich die Fachleute vermehrt auf die Qualität der Heilung ihrer Patienten nach einer Episode schwerer Depression konzentriert. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Personen mit sogenannten «Residualsymptomen» (30 bis 50% der Fälle) – wie z. B. Verlust der Freude oder fehlendes Interesse, Angstzustände oder somatische Besorgnisse (Schmerzen usw.) – seien mittelfristig anfälliger als Personen, bei denen ein völliges Abklingen der Symptome beobachtet wird. Das Risiko eines Rückfalls sei sogar dreimal höher als bei asymptomatischen, d. h. symptomfreien Patienten.

Hartnäckige Zeichen der Depression

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Tatsache, dass diese «Residualsymptome», wie sie von der Fachwelt bezeichnet werden, schwer auf dem psychosozialen Wohlbefinden der Betroffenen lasten, und oft sogar die Lebensqualität erheblich einschränken. Andere Probleme in Zusammenhang mit der Einnahme oder Nichteinnahme von Antidepressiva können sich ebenfalls negativ auf den Heilungsprozess auswirken: Man denke dabei nur an die Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten oder an sexuelle Schwierigkeiten. Was den Verlust des Interesses oder mangelnde Freude anbelangt, scheinen diese Faktoren für die Rückfallwahrscheinlichkeit ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen.

Betreuung bis zur Heilung

Deshalb wird der Arzt bei einem Patienten, der sich in der Remissionsphase befindet, darum bemüht sein, alle Ursachen zu ermitteln und zu behandeln, die eine komplette Remission gefährden könnten. Dabei werden sämtliche Lebensbereiche des Patienten berücksichtigt, ob es sich um sein soziales Umfeld, seine berufliche Integration oder um sein Wohlbefinden handelt. Um den Patienten auf die bestmögliche Weise auf seinem Weg zur Genesung zu begleiten, wird der Arzt eine Neubewertung seiner Diagnose vornehmen und andere eventuell vorhandene psychiatrische Krankheiten beachten, wie z. B. eine Angststörung, Sucht oder somatische Erkrankung, die mit der Depression einhergehen könnte. Die medikamentöse Behandlung kann dann unter Beachtung der individuellen Toleranz der Patienten entsprechend angepasst werden (Erhöhung der Dosis, Einsatz anderer Wirkstoffe, Ergänzung durch ein zweites Antidepressivum). Darüber hinaus kann bei Symptomen, die auf eine Depression jüngeren Datums hinweisen, psychologische Unterstützung angeboten werden. Psychotherapeutische Ansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie oder die Interpersonelle Therapie haben sich unter diesen Umständen besonders bewährt.

Wenn der Krankheitsverlauf nicht auf traditionelle Behandlungsmethoden reagiert und keine Remission vorhersehbar ist, werden andere Behandlungsoptionen in Betracht gezogen. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass mit Schlafentzug spektakuläre, allerdings nur vorübergehende Erfolge bei depressiven Patienten erzielt werden können. Ganz gleich ob der Schlafentzug partiell oder total ist, er führt rasch zu einer Verbesserung der Stimmungslage. Dank der wissenschaftlichen Fortschritte in der Chronotherapie weiss man heute, dass der Schlafentzug zusammen mit anderen Behandlungsformen eingesetzt werden muss (Lichttherapie, Antidepressiva oder stimmungsstabilisierende Medikamente, Phasenvoreilung), damit die antidepressive Wirkung anhält.

Des Weiteren gibt es therapeutische Ansätze der Hirnstimulierung, die in bestimmten Ländern angewendet werden, jedoch keine Therapieoptionen der ersten Wahl sind: transkranielle Magnetstimulation (TMS), Tiefenhirnstimulation (THS) und Vagusnerv-Stimulation (VNS). Sie gelten als vielversprechend in der Behandlung von therapieresistenten Depressionen, müssen sich jedoch erst noch bewähren, um von der Schweizer Krankenversicherung übernommen zu werden.

Die transkranielle Magnetstimulation ist in den Vereinigten Staaten zur Behandlung von Erwachsen zugelassen, die an einer schweren Depressionen leiden, welche nicht auf klassische Medikamente anspricht. Die TMS ist jedoch für diese Indikation weder in Europa noch in der Schweiz zugelassen. Ihre antidepressive Wirkung wurde zwar nachgewiesen, ihr klinischer Nutzen wird jedoch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft debattiert.

Dagegen hat die Stimulation des Vagusnervs die Zulassung für die Indikation der chronischen Depression in der Europäischen Union erhalten. Sie kommt allerdings in der Schweiz sehr selten zur Anwendung. Die Tiefenhirnstimulation, bei der ein erhöhtes Risiko unerwünschter Ereignisse besteht, ist vor allem in ganz spezifischen Fällen als Ergänzung zur medikamentösen Therapie zur Behandlung der Zwangsstörung anerkannt. In Studien konnten mit der Tiefenhirnstimulation (THS) überzeugende Ergebnisse für die Behandlung von Depressionen erzielt werden. Die THS ist jedoch noch nicht als therapeutischer Ansatz für diese Indikation zugelassen.

Smartphone: Ist die übermässige Nutzung Zeichen einer Depression?

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die intensive Nutzung dieses Kommunikationsmittels das Depressive Syndrom seines Benutzers widerspiegeln kann.

Das Smartphone dringt allmählich in den Gesundheitsbereich vor. Unlängst wurde ein weiterer Meilenstein gesetzt: Amerikanische Forscher klären uns über die «psychologischen» Interpretationsmöglichkeiten der Nutzungsmuster dieser Kommunikationsmittel auf. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden kürzlich veröffentlicht.

«Purple Robot»

Die Art der Verwendung eines Mobiltelefons liefert eine Vielzahl von Daten über unsere Verhaltensweisen und die ihnen zugrunde liegenden Motivationen. Kann man jedoch aus der Art der Verwendung eines Smartphones wirklich auf eine Depression bei seinem Benutzer schliessen? Davon sind jedenfalls die amerikanischen Forscher der «Northwestern University» überzeugt. Im Rahmen ihrer Recherchen werteten sie die mit der Anwendung «Purple Robot» ausgestatteten Speicher der Mobiltelefone aus, um mehr über die Nutzungshäufigkeit oder den Standort des Nutzers (via GPS) zu erfahren.

Diese Vorarbeiten wurden mit 28 erwachsenen Teilnehmern über einen Zeitraum von zwei Wochen durchgeführt. Anhand eines vorab ausgefüllten Fragebogens wurde festgestellt, dass die Hälfte unter ihnen an einem depressiven Syndrom litt. Am Ende der Untersuchung stellte sich heraus, dass diese Personen ihr Telefon durchschnittlich etwa 68 Minuten pro Tag benutzten, während die nicht von einem solchen Leiden betroffenen Personen ihr Smartphone lediglich 17 Minuten täglich verwendeten.

Verhaltensbezogene Massnahmen

Depressive Syndrome werden ausserdem mit einem bewegungsärmeren Lebensstil in Verbindung gebracht (weniger bzw. kürzere Wege und mehr Zeit zu Hause). Dies ist a priori ein Zeichen von mangelnder Motivation und ein Hinweis auf ein Energiedefizit, welches für das Vermeidungsverhalten charakteristisch ist, das sich bei einer Depression entwickelt. Darüber hinaus wurde in Zusammenhang mit dem depressiven Syndrom (ebenfalls mithilfe des Smartphones) festgestellt, dass die betroffenen Personen einen sehr unregelmässigen Tagesablauf haben.

Die Forscher meinen, allein anhand dieser Ergebnisse in der Lage zu sein, die Symptome der Depression mit 86,5-prozentiger Genauigkeit identifizieren zu können. Erwartungsgemäss steigt die Genauigkeit noch weiter, wenn man die an der Studie beteiligten Personen bittet, Aussagen über ihren Gemütszustand zu machen.

Facebook-Depression

Ein Depressives Syndrom in Verbindung mit der Nutzung von Facebook wurde bereits von amerikanischen Kinderärzten vermutet, die 2011 auf diese Gefahr aufmerksam gemacht hatten. Die Spezialisten hielten es damals für unerlässlich, Präventionsmassnahmen gegen eine Form der Depression einzuleiten, die sich bei Jugendlichen entwickelt, wenn diese zu viel Zeit auf den Websites sozialer Netzwerke wie Facebook o. Ä. verbringen. Dabei wurde auch die Frage nach Ursache und Wirkung gestellt: Macht Facebook das Kind depressiv oder ist es das deprimierte Kind, das nur auf Facebook Zuflucht findet?

Die Problematik tauchte 2013 mit einer amerikanisch-belgischen Studie erneut auf. Forscher der Universitäten Michigan und Louvain waren zur Ansicht gelangt, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Facebook und dem Depressiven Syndrom besteht. Ein übereinstimmendes Ergebnis wurde von australischen Forschern erzielt: Jugendliche, bei denen eine «pathologische» Verwendung des Internets festgestellt wurde, sind dem Depressionsrisiko erheblich stärker ausgesetzt als die anderen Gleichaltrigen.

Man kann die Schlussfolgerungen dieser Forschungsarbeiten sowohl begrüssen als auch fürchten. Manche werden darin die Gefahr einer neuen Verletzung unserer Privatsphäre sehen, andere wiederum werden darin neue Diagnosemöglichkeiten und eine Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten entdecken.

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Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit Alkohol

Während der Konsum von Alkohol in unserem Land tief verwurzelt und fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist, sind fast 25% der erwachsenen Bevölkerung der Schweiz von Alkoholmissbrauch betroffen.

Alkohol, Feind Nr. 1 des Gedächtnisses

Neue Erkenntnisse erweitern die bereits bekannten negativen Auswirkungen von Alkohol um ein weiteres Argument. Eine kürzlich veröffentlichte Studie britischer Ärzte und Forscher kommt zu dem Schluss, dass der übermässige Konsum von alkoholischen Getränken bei 30- bis 40-Jährigen das Risiko, später an schweren Gedächtnisstörungen zu leiden, signifikant erhöht.

Langzeiteffekte

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Studie einen Zusammenhang zwischen Alkoholkrankheit und Demenz bzw. kognitiven Störungen untersucht, diesmal interessierten sich die Forscher jedoch für mögliche Langzeitfolgen „Wir wissen bereits, dass ein Zusammenhang zwischen Demenzrisiko und Alkoholkonsum bei älteren Personen besteht. Dies ist jedoch nur ein Teil des Puzzles, und es liegen kaum Daten über die Langzeitfolgen von Alkoholproblemen vor, die in jüngeren Lebensjahren aufgetreten sind“, erklärt Professor Lang.

Vier einfache Fragen

Die Krankengeschichte der Alkoholabhängigkeit wurde mittels CAGE-Test ermittelt (CAGE steht für Cut-down, Annoyed, Guilty, Eye-opener). Der Fragebogen enthält folgende Fragen:

• Haben Sie schon einmal das Gefühl gehabt, dass Sie weniger Alkohol trinken sollten?

• Haben Sie sich schon einmal geärgert, dass andere Ihr Trinkverhalten kritisiert haben?

• Haben Sie sich wegen Ihres Alkoholkonsums schon einmal schlecht oder schuldig gefühlt?

• Haben Sie jemals bereits morgens Alkohol getrunken, um Ihre Nerven zu beruhigen oder einen Kater loszuwerden?

Doppeltes Risiko

Kognitive Tests haben gezeigt, dass in früheren Jahren aufgetretene Alkoholprobleme das Risiko, an schweren Gedächtnisstörungen zu erkranken, verdoppeln. Ähnlich verhält es sich mit Alkoholproblemen im Zusammenhang mit schweren kognitiven Störungen.

 

Für Professor Lange legen diese Ergebnisse drei Schlussfolgerungen nahe: Erstens handelt es sich dabei um ein Problem der öffentlichen Gesundheit, dem Rechnung getragen werden muss; zweitens sind weitere Studien zu den Folgen von Alkoholmissbrauch über die gesamte Lebensdauer erforderlich; drittens und letztens kann der CAGE- Test den Ärzten helfen, gefährdete Personen, die aufgrund von Alkoholproblemen an kognitiven oder Gedächtnisstörungen leiden könnten, zu erkennen und ihnen entsprechende Hilfe anzubieten.

In jedem Alter schädlich

Professor Doug Brown erinnert daran, dass die Medien sich oft auf die Gefahren des übermässigen Alkoholkonsums bei Jugendlichen konzentrieren. Ihm zufolge sollten sich die Massenmedien jedoch auch für die nun vorliegenden Ergebnisse interessieren: Alkoholmissbrauch ist in jedem Alter schädlich. „Natürlich wollen wir den Leuten nicht sagen, dass sie den Genuss von alkoholischen Getränken völlig aufgeben sollen, denn ebenso wie eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, der Verzicht aufs Rauchen und die Kontrolle des Körpergewichts kann auch ein Glas guter Rotwein das Risiko, an Demenz zu erkranken, vermindern. Es geht nur darum, Häufigkeit und Menge des Alkoholkonsums im Laufe der Zeit auf einem vernünftigen Level halten zu können.

Alkohol – eine angemessene Belohnung nach dem Sport?

Eine amerikanische Studie beleuchtet die Zusammenhänge zwischen einer sportlichen Aktivität und dem Konsum alkoholhaltiger Getränke.

Der Begriff „dritte Halbzeit“ illustriert auf treffende Weise, welch exzessive Formen die Kombination von Alkoholkonsum und intensivem Sport manchmal annehmen kann. Man kann darin eine Form von kollektivem „Trost“ sehen, der die ebenfalls gemeinsam geleisteten sportlichen Anstrengungen belohnt. Dieses ursprünglich dem Rugbysport vorbehaltene Ritual hat mittlerweile auch auf zahlreiche andere Sportarten übergegriffen.

„Entspannen“

Ist es ein Bedürfnis, sich nach der sportlichen Betätigung zu „stärken“ ? Eine Gelegenheit, „zu entspannen“? Ist es die Fortsetzung der sportlichen Begegnung in einem besonders geselligen Ambiente? Oder vielleicht eine Art, sich „selbst zu belohnen“? Ganz gleich aus welchem Grund, Tatsache ist, dass der Konsum alkoholischer Getränke an Tagen, an denen Bewegung und Sport auf dem Programm stehen, steigt.

Dies geht jedenfalls aus einer kürzlich veröffentlichten amerikanischen Studie hervor. Professor David E. Conroy erklärt, dass zahlreiche Personen mit Aussicht auf das nahende Wochenende bereits ab Donnerstag mehr Sport treiben und gleichzeitig den Alkoholkonsum erhöhen. Seiner Studie zufolge lässt sich dieser Trend in allen Altersstufen nachweisen. Schon 2011 hatten Forscher einen Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und Alkoholkonsum belegt – allerdings bei Ratten.

Donnerstag geht‘s los

Diesmal ging es in der Studie darum, die (mittels Smartphone geführten) Logbucheinträge von 150 Freiwilligen im Alter von 18 bis 89 Jahren auszuwerten. In drei jeweils dreiwöchigen Etappen musste jeder von ihnen allabendlich die wichtigsten Informationen über seine sportliche Betätigung und den Alkoholkonsum des Tages eintragen. Die Analyse dieser Daten zeigt, dass sich die Probanden von Montag bis Mittwoch auf ihre beruflichen Aktivitäten oder ihr Familienleben konzentrieren und ihren Alkoholkonsum drosseln. Doch bereits ab Donnerstag nehmen sportliche Betätigung und Alkoholkonsum wieder zu – und zwar gleichzeitig. Ein wichtiger Hinweis: Es sind keineswegs diejenigen, die am meisten Sport treiben, die auch am meisten trinken.

Schlechte Muskelregeneration

Es handelt sich dabei um eine Feststellung, die für alle Studienteilnehmer gilt, unabhängig vom Alter oder vom sportlichen Niveau. Die Forscher geben dafür mehrere mögliche Gründe an. Einer davon ist die „wohlverdiente Belohnung“ nach einer körperlichen Anstrengung sowie die Gelegenheit zu Zusammenkünften, die sich zwangsläufig aus Sportveranstaltungen ergeben. Ein weiterer Grund, der die Gleichzeitigkeit der beiden Tendenzen erklären könnte, ist die Tatsache, dass die Probanden an den Wochenenden mehr Zeit haben. Weitere Untersuchungen sind vorgesehen, um den eventuellen Zusammenhang dieser beiden Variablen besser zu verstehen. Die Forscher hoffen, dass die Ergebnisse der kommenden Forschungsarbeiten zur Entwicklung von Interventionsprogrammen beitragen werden, mit denen Sport gefördert und vom Alkoholkonsum danach abgeraten werden kann.

 

„Wir werden versuchen, die dem Alkoholkonsum zugrunde liegenden Motivationen besser zu verstehen, um unsere Aktionen zur Förderung körperlicher Bewegung zu optimieren“, erklären die Autoren. „So ist es z. B.wichtig zu wissen, dass die im Alkohol enthaltenen Kalorien die vorher beim Sport mühsam verbrannten Kalorien schnell ersetzen und vor allem, dass Alkohol die Muskelregeneration nach einer körperlichen Anstrengung massiv verschlechtern kann“ – eine Information, die Sportler sicher interessieren wird.

Alkohol bei Senioren,

ein Tabu-Thema Einer 2012 veröffentlichten Schweizer Gesundheitsumfrage zufolge haben 6 % der 65- bis 74-Jährigen einen chronisch problematischen Alkoholkonsum (4 Gläser Wein oder mehr pro Tag bei den Männern und 2 Gläser Wein pro Tag bei den Frauen). Im Rahmen der Suchtpräventionsaktion „Dialogwoche Alkohol“, die vom 30. April bis zum 9. Mai unter der Schirmherrschaft des Bundesamts für Gesundheitswesen (BAG) stattfand, wurde eine Vielzahl von Themen angeschnitten, darunter das bislang noch tabuisierte Thema Alkoholismus bei Senioren. Es gibt sicher mehrere Gründe für dieses Tabu.

Zunächst ist es schwierig, ältere Menschen um ein Vergnügen zu bringen, dass ihnen scheinbar gut tut und nicht besonders schädlich zu sein scheint. Darüber hinaus ist es nicht leicht, diese Art von Problemen aufzuspüren, denn es muss berücksichtigt werden, dass es sich dabei um Menschen handelt, die regelmässig Medikamente einnehmen und deren Sehvermögen und Gleichgewichtssinn abnehmen. Diese Parameter sowie der Verlust des Fettgewebes bei älteren Personen müssen übrigens als erschwerende Faktoren für diese Altersgruppe betrachtet werden, denn bei gleicher Alkoholmenge sind die Blutalkoholkonzentrationen bei älteren Menschen wesentlich höher. Darüber hinaus gibt es weder eine kantonale noch eine nationale Verordnung, die diese Frage für in Pflegeheimen lebende Personen regelt. Somit liegt es im Ermessen jeder einzelnen Einrichtung, wie sie mit dieser Problematik umgeht. Einige Pflegeheimleiter haben jedoch beschlossen, die Frage bewusst zu thematisieren und stützen sich dabei auf Organisationen und Strukturen, die Alkoholikern Hilfe anbieten. Sobald die Alkoholprobleme identifiziert wurden, sind die Behandlungs- und Betreuungsoptionen dieselben wie bei jüngeren Patienten, d. h. der Hauptschwerpunkt liegt auf der Veränderungsbereitschaft des Patienten.

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Allergische Krankheiten weiter im Vormarsch!

Seit mehreren Jahrzehnten wird eine stetige Zunahme der allergischen Krankheiten beobachtet. Viele Menschen leiden bereits ab dem frühen Kindesalter an allergischen Atemwegserkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma, an Hautallergien wie Neurodermitis oder Ekzemen, an Lebensmittelallergien bzw. Lebensmittelunverträglichkeiten. Genau wie bei Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Krankheiten scheinen Stress, unregelmässiger Lebensrhythmus und unausgewogene Ernährung massgeblich an „nicht infektiösen, entzündlichen Krankheiten“ beteiligt zu sein, zu denen auch die Allergien zählen.

 

Eine Allergie ist eine übermässige und unangemessene Reaktion des Körpers auf bestimmte Proteine (Antigene), die als Allergene bezeichnet werden. Diese Allergene rufen eine Reaktion des Immunsystems hervor und können sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise äussern (Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis, Ekzem, Lebensmittelallergien usw.), haben jedoch alle eine unangemessene und schlecht regulierte Immunantwort und Entzündungsreaktion gemein. Die allergische Reaktion vollzieht sich in vier Etappen: Beim Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer ersten, nicht wahrnehmbaren Sensibilisierung des Körpers, gefolgt von einer unmittelbaren Reaktion des Immunsystems und schliesslich zu einer verzögerten Immunantwort, die eine Entzündungsreaktion zur Folge hat. Somit sind drei verschiedene und dennoch komplementäre Mechanismen erforderlich, um eine allergische Reaktion auszulösen:

1. Kontakt mit den allergenen Proteinen: Eine übermässige Allergen- Exposition sowie eine zu grosse Durchlässigkeit unserer natürlichen Filter und Barrieren (insbesondere der Schleimhäute) können eine Überexpression dieser ersten Phase herbeiführen.

2. Eine unmittelbare Reaktion mit Einbezug der Immunzellen, insbesondere zahlreicher Lymphozytenpopulationen (weisse Blutkörperchen) sowie Freisetzung chemischer Mediatoren wie zum Beispiel Zytokine und Freisetzung von Immunoglobinen (meistens IgE, manchmal IgG). Allergische Reaktionen können durch einen Verlust der Regulation verschiedener T-Lymphozytenpopulationen hervorgerufen werden.

3. Ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Lipid-Entzündungsmediatoren, d. h. den chemischen Botenstoff-Familien, fördert die verzögerte Entzündungsreaktion. Bei einem Ungleichgewicht der essentiellen Fettsäuren (unausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren) oder einer schlechten Regulierung der pro-entzündlichen Zytokine ist diese Reaktion stärker und dauerhafter

 

Probiotika und Allergien –ein neuer Weg?

Unsere bakterielle Darmflora spielt in jeder der drei Etappen eine wesentliche Rolle. Erst in den letzten Jahrzehnten haben neue Erkenntnisse bezüglich des Darm-Ökosystems dazu beigetragen, die Entwicklung allergischer Erscheinungen besser zu verstehen. Das Darm-Ökosystem setzt sich aus einer vielfältigen, diversifizierten aber sehr stabilen Bakterienflora, einer als Selektivfilter dienenden Mukusbarriere sowie einem submucosalen Immunsystem zusammen, das allein 60% der Immunzellen unseres Körpers ausmacht. Neue Studien bestätigen die wesentliche Rolle der bakteriellen Darmflora bei der Initiation von Immunantworten sowie der Entwicklung, Reifung und Regulation des gesamten Immunsystems: Bei Personen mit allergischen Erscheinungen wies die Darmflora zahlreiche Unterschiede in ihrer Zusammensetzung gegenüber der Darmflora gesunder nicht allergischer Personen auf. Diese ersten Beobachtungen ergaben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem Ungleichgewicht der „gesunden“Flora und der Prävalenz llergischer und entzündlicher Krankheiten. Die gegenwärtigen Lebensumstände, Stress, veränderte Ernährungsgewohnheiten, Medikamenten- und Antibiotikakonsum (…) sind allesamt Faktoren, die das Darm-Ökosystem und die Bakterienflora erheblich und nachhaltig beeinträchtigen. Umgekehrt hat sich die Wiedereinführung „probiotischer“ Bakterien in den Darm als sehr nützlich für Prävention und Wiederherstellung des Gleichgewichts der Flora erwiesen. Die Zufuhr von Probiotika bei allergischen Krankheiten wurde untersucht und ergab, dass die Einnahme von Bifidusbakterien und Laktobazillen in Form von probiotischen Präparaten die allergischen Reaktionen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen reduziert.

Eine finnische Studie zeigte, dass die allergischen Symptome bei der Gabe von Probiotika (vom Typ Lactobacillus rhamnosus GG) bei Mutter oder Neugeborenem um mehr als 50% zurückgingen. Bei grösseren Kindern wies eine japanische Studie ebenfalls die positive Wirkung von Probiotika (mit hohem Gehalt an Lactobacillus acidophilus) bei allergischen Rhinopathien und bestimmten Neurodermitis-Formen nach. Vergleichende Studien zwischen den verschiedenen Stämmen ergaben, dass die oben erwähnten schützenden bzw. modulierenden Effekte von den gewählten Bakterienstämmen abhängen (man spricht somit von „stammabhängigen“ Effekten).

 

Die auf diesen sehr vielversprechenden Analysen beruhenden Forschungsarbeiten sind somit auf die Auswahl besonderer probiotischer Stämme ausgerichtet, die eine bessere Undurchlässigkeit der Schutzbarrieren, eine Wiederherstellung des Gleichgewichts der bakteriellen Darmflora, eine immunomodulierende Reaktion, eine verminderte Reaktion von Th2-Lymphozyten, eine Stimulierung der regulierenden Lymphozyten und eine Modulation bzw. Regulation der sekundären Entzündungsreaktion bewirken sollen.

Der Einsatz von Probiotika erweist sich sowohl bei der Prävention von allergischen Krankheiten bei Familien mit einer entsprechenden Veranlagung als auch zur Behandlung von bereits allergischen Patienten als sehr vielversprechend. Zusätzlich zu Ernährungs- und Medikamententherapien sind Probiotika als globale Allergiebehandlung angezeigt.

Hyposensibilisierung (Desensibilisierung)

Die Hyposensibilisierung wird zur Behandlung von IgE-vermittelten Typ-1-Allergien eingesetzt. Sie findet bei Personen Anwendung, die an allergischen Beschwerden in Verbindung mit einer Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie leiden sowie bei Tier- und Schimmelallergien. Die Hyposensibilisierung ist bei Insektengiftallergien oft lebensrettend und wird daher dringend empfohlen. Eine zunehmende Dosis des entsprechenden Allergens wird subkutan injiziert bzw. in Form von Tabletten oder Tropfen direkt unter die Zunge verabreicht. Angestrebt wird ein Immunschutz, der weitere allergische Reaktionen verhindert. Der Körper wird sozusagen an das Allergen gewöhnt. Eine Hyposensibilisierung gilt als erfolgreich, wenn die Beschwerden stark zurückgehen oder völlig verschwinden.

Die saisonbedingten Allergien sind wieder da!

Schätzungen besagen, dass in den Industrieländern heute jeder Fünfte unter Heuschnupfen leidet – das entspricht mehr als einer Million Menschen in der Schweiz. Viele dieser Patienten suchen keinen Arzt auf. Welche Hilfe können sie von ihrem Apotheker erwarten? Selbst wenn der Allgemeinzustand dieser Patienten gut bleibt und sie weder unter Fieber noch unter gravierenden Schmerzen leiden, können die wiederholt auftretenden Symptome dennoch das gesellschaftliche und berufliche Leben beeinträchtigen. Dazu gehören ebenfalls Ermüdungserscheinungen, die selbst den robustesten Menschen zusetzen.

Die üblichen Fragen, die man sich stellen sollte und deren Beantwortung nützlich sein wird, um die Behandlungsstrategie festzulegen, lauten: Handelt es sich um Niesanfälle? Ist das Nasensekret sehr klar und flüssig? Besteht eventuell ein Juckreiz in der Nase und/oder im Hals? Sind diese Symptome ganz plötzlich aufgetreten? Hatten Sie diese Symptome vor Kurzem oder im Vorjahr zur selben Zeit schon einmal? Haben Sie sich in letzter Zeit in einem Park, auf dem Land oder im Wald aufgehalten? Fallen die Antworten auf die meisten dieser Fragen positiv aus, besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Allergie handelt, vor allem dann, wenn bereits eine Sensibilisierung auf andere Stoffe vorliegt (Milben, Haustiere, Nahrungsmittel usw.).

Die drei problematischen Pollenflugzeiten

Schematisch betrachtet gibt es drei grosse Pollenflugzeiten:

• Baumblüte. Diese Saison beginnt im Februar mit den Pollen der Erle und des Haselnussstrauchs. Sie setzt sich im März und April mit den Pollen der Esche und der Birke fort. Die Baumpollen, die die meisten Allergien auslösen, stammen von Zypressen, Birken und Platanen.

• Gräserblüte. Sie ist die bekannteste Pollensaison. Ihren Höhepunkt erreicht sie zwischen Mai und Juli, in den mittleren Höhenlagen zuweilen etwas später. Bestimmte Gräser besitzen ein hohes allergieauslösendes Potenzial, darunter Knäuelgras, Lieschgras, Weidelgras, Quecke, Weizen, Hafer usw.

• Kräuterblüte. Diese Saison beginnt während der Gräserpollensaison und dauert je nach Region bis zum Herbst an. Ambrosia, Beifuss und Wegerich zählen zu den Kräutersorten mit dem höchsten Allergiepotenzial.

Zur Bekämpfung der Symptome stehen mehrere Mittel zur Verfügung. Für schnelle Erleichterung sorgt ein Antihistaminikum. Ergänzt durch eine lokale Behandlung, falls erforderlich.

Je nach Ausprägung der Symptome wird der Apotheker das Antihistaminikum gegebenenfalls durch eine lokale Behandlung ergänzen.

– Für die Nase: ein Nasenspray, das Meerwasser oder physiologische Kochsalzlösung enthält. Bei ausgetrockneten Nasenschleimhäuten infolge eines starken Nasenausflusses kann so für eine längerfristige Wiederbefeuchtung gesorgt werden.

– Für die Augen: Augentropfen, im traditionellen Fläschchen oder in Einzeldosen, sorgen für eine wirksame Erleichterung bei Juckreiz und geschwollenen Augenlidern.

Wenn sich die Symptome der Allergie nach einer Woche nicht gebessert haben oder ein anderes Symptom auftritt (insbesondere Husten, allergische Hautreaktionen, akute Nasennebenhöhlenentzündung oder schwere und pfeifende Atmung), muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Falls erforderlich wird je nach Schwere der Symptome und des empfundenen Unbehagens ein Allergologe hinzugezogen, um mittels Hauttest oder einer Blutprobe festzustellen, um welche Allergie es sich handelt. Man sollte nicht zögern, Hauttests durchführen zu lassen, da diese heutzutage schnell und effizient sind. Anschliessend kann eine Hyposensibilisierung gegenüber dem ermittelten Allergen durchgeführt werden. Diese Immuntherapie hat sich mittlerweile gut bewährt.

 

Die 10 Gebote für Allergiker

Jeder Allergiker sollte wenn möglich folgende Empfehlungen beachten:

1. Während der Pollensaison nur kurz lüften. An Regentagen oder falls Pollenschutzgitter (siehe www.service-allergie-suisse.ch) an den Fenstern angebracht sind, kann länger gelüftet werden.

2. Das Auto mit einem Pollenfilter ausstatten und ihn regelmässig auswechseln lassen.

3. Vor dem Schlafengehen die Haare waschen.

4. Wäsche nicht draussen trocknen.

5. Bei sonnigem, windigem Wetter, das mit einer höheren Pollenbelastung einhergeht, ist es ratsam, den Aufenthalt an der frischen Luft zu begrenzen und eine Sonnenbrille aufzusetzen.

6. Empfehlenswert sind Indoor-Sportarten aller Art.

7. Allergiker, die medikamentös behandelt werden, können sich im Allgemeinen problemlos draussen bewegen.

8. Das Antihistaminikum sollte ungefähr eine Stunde vor dem Sport eingenommen werden.

9. Vor einer intensiveren körperlichen Betätigung sollten nur „sichere“ Getränke und Lebensmittel zu sich genommen werden, da ein gestresster Körper schneller allergisch reagiert.

10. All jene, die an einer Nahrungsmittelallergie als Kreuzreaktion einer Pollenallergie leiden, müssen vor dem Sport auf den Genuss von Obst und Nüssen verzichten.

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