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All Posts in Category: Politik

Der Bundesrat möchte die Rolle der Apotheker stärken

In einem Ende Oktober vorgelegten Bericht erläuterte der Bundesrat die Möglichkeit, dass die Apotheker zukünftig im Bereich der ambulanten Gesundheitsversorgung zusätzliche Aufgaben übernehmen könnten, so zum Beispiel die Abgabe von Medikamenten bei leichten Erkrankungen, in der Prävention oder der Betreuung von chronisch kranken Patienten. In zwei von Wissenschaftlern betreuten Pilotprojekten, wovon eines Kinder und das andere Patienten mit chronischen Krankheiten betrifft, werden derzeit neue Zusammenarbeitsmodelle getestet.

Was die medizinische Grundversorgung anbelangt, könnten die Apotheker als Anlaufstelle im Bereich Prävention dienen, um die Patienten zu beobachten, zu beraten und die Koordination der diversen Massnahmen zu gewährleisten. Somit wäre es denkbar, die Apotheker vermehrt für die therapeutische Begleitung von chronisch kranken Patienten und betagten Menschen mit mehreren Erkrankungen einzusetzen. Der Bundesrat unterstützt deshalb die Begleitforschung von zwei Pilotprojekten, um Nutzen und Vorteile von koordinierten Therapieformen zu untersuchen. Ziel des ersten Projektes ist die optimale Betreuung von Kindern durch Apotheken, die auf entsprechende medikamentöse Behandlungen spezialisiert sind. Dazu ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Apothekern, Kinderärzten und Hausärzten innerhalb eines lokalen Netzwerkes erforderlich, die auch eine Ausbildung der Apotheker umfasst. Das zweite Projekt ist darauf ausgelegt, die Therapietreue von Patienten mit Typ-2-Diabetes zu verbessern. Hier wird der Schwerpunkt auf die Überwachung der Medikamenteneinnahme, regelmässige Motivationsgespräche mit entsprechend ausgebildeten Apothekern und die Optimierung des Arzneimittelplans im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt gelegt.

Die Projekte sollen zeigen, ob die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu einer Qualitätssteigerung der ambulanten Medikamentenversorgung für die gewählten Patientengruppen führt, und unter welchen Rahmenbedingungen sich solche Zusammenarbeitsformen erfolgreich etablieren können. Die Ergebnisse sollen 2018 vorliegen.

Der Bundesrat hat bereits verschiedene Massnahmen umgesetzt, um die Apotheker stärker in der Grundversorgung zu positionieren. Den Apothekern kommt in der Tat eine wichtige Rolle in diesem Bereich zu, denn sie können den Zugang zur medizinischen Beratung erleichtern. Infolge der Revision des Heilmittelgesetzes werden Apotheker zum Beispiel berechtigt sein, bestimmte rezeptpflichtige Medikamente zur Behandlung von leichten Erkrankungen ohne ärztliche Verschreibung direkt abzugeben. Die Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG) sieht eine entsprechende Ausbildung vor.

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Apotheken von der Schliessung bedroht?

Jahr für Jahr wird eine Studie über die wirtschaftliche Situation der Schweizer Apotheken durchgeführt und seit einigen Jahren geht aus den Ergebnissen klar hervor, dass zahlreiche Apotheken zunehmend mit Budgetschwierigkeiten zu kämpfen haben.

So ergaben die letzten verfügbaren Ergebnisse hinsichtlich des Geschäftsjahrs 2012, dass 20% der Apotheken von einer Schliessung bedroht sind, weil ihr Umsatz die Kosten nicht deckt. Es gibt mehrere Erklärungen für diese beunruhigende Situation, die dem Grossteil der Bevölkerung nicht bekannt ist. Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Apotheke beträgt knapp 3 Millionen Schweizer Franken (2,87 Mio. CHF), aber der Umsatz von über 40% der Apotheken liegt unter der 2,5-Millionen-Schweizer-Franken-Grenze. Angesichts der hohen Fixkosten (diese werden insbesondere durch die lagernden Medikamente verursacht, die durchschnittlich 70% der Nebenkosten betragen) sind kleine Apotheken besonders gefährdet. Dazu kommt die Erhöhung der Lohnkosten, die durchschnittlich 70% der Nebenkosten ausmachen, Arzneimittelkosten nicht inbegriffen. Darüber hinaus führt der Trend zur Verlängerung der Öffnungszeiten, um sich den Öffnungszeiten der anderen Läden anzupas-

sen, zu einer weiteren Erhöhung der Betriebskosten, was ebenfalls ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist. Parallel dazu wurden vom Bundesrat innert acht Jahren fünf aufeinanderfolgende Preissenkungen für die von den Krankenkassen ersetzten Produkte angeordnet. Diese Medikamente entsprechen durchschnittlich immerhin ca. 60% der Verkäufe. In den kleinen Apotheken übersteigt dieser Anteil sogar 80% des Gesamtvolumens, da sie über kleinere Verkaufsflächen und nur wenig Platz für Selbstbedienungsprodukte verfügen. Schliesslich ist zu bedenken, dass die Konkurrenz der anderen Vertriebskanäle (Versandhandel, Internet, selbstdispensierende (über eine Privatapotheke verfügende) Ärzte in der Deutschschweiz sowie Kaufhäuser, in denen nicht verschreibungspflichtige Medikamente angeboten werden) immer stärker wird und diese nicht dieselben Verpflichtungen hat (persönliche Beratung, Verfügbarkeit der Medikamente, Öffnungszeiten).

Sorry we're closedWir sind der Meinung, dass man sich mit dieser Frage auf politischer Ebene auseinandersetzen muss, um nach wie vor einen Gesundheitsservice sowie den Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Grundversorgung gewährleisten zu können Es geht in erster Linie, auch in den Randregionen, um den Erhalt eines zuverlässigen bürgernahen Zugangs zur medizinischen Versorgung, aber es muss auch gewährleistet werden, dass der Beruf des Apothekers weiterhin attraktiv bleibt. Ausserdem gilt es sicherzustellen, dass die Auswahl der verfügbaren Medikamente nicht aus Einsparungsgründen reduziert wird.

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