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Dem Schulanfang entspannt entgegensehen

Bald klingeln die Schulglocken wieder zum Unterrichtsbeginn. Wie kann man seinen Kindern helfen, den Übergang von den Ferien in den Schulalltag gut zu meistern? Nach der langen Sommerpause ist es nun bald an der Zeit, seine Klassenkameraden wiederzutreffen, die Schulhefte hervorzukramen, mit einem neuen Lehrer Bekanntschaft zu schliessen oder den Lehrer des Vorjahres zu begrüssen. Der Schulbeginn löst jedoch bei vielen Kindern Befürchtungen oder gar Ängste aus.

TRENNUNGSANGST
Für Schulanfänger ist der erste Schultag ein einschneidendes Ereignis. Für die Vier- bis Fünfjährigen ist die Schule meist Neuland und scheint ihnen, wie alles Unbekannte, erst einmal beängstigend. Für frisch gebackene Schulkinder, die weder im Kindergarten waren noch an das Leben in einer Gemeinschaft gewöhnt sind, kann sich diese neue Erfahrung zunächst als schwierig erweisen. Aber keine Sorge: Im Allgemeinen sind sich die Lehrer der Schulanfängerklassen durchaus bewusst, dass die Trennung von den Eltern und die Auseinandersetzung mit einer neuen Welt nicht einfach für die Kinder ist, und sie setzen alles daran, rasch das Vertrauen der Kleinen zu gewinnen.

KINDER FRÜH MIT DER SCHULE VERTRAUT MACHEN
Den Eltern wird geraten, ihrem Kind die zukünftige Schule zu zeigen, vor Beginn des Schuljahres auf den Schulhof zu gehen und gemeinsam den Weg zur Schule zurückzulegen, um den künftigen Erstklässler nach und nach mit den Ritualen in Zusammenhang mit der Schule vertraut zu machen. Besonders wichtig ist, dem Kind zu erklären, wozu die Schule gut ist und was man dort macht, um ihm die Angst zu nehmen. Alles, was dem Kind hilft, sich ein genaues Bild von seinem Leben als Schulkind zu machen, trägt dazu bei, sich sicherer zu fühlen. Ausserdem ist es wichtig, seinem Kind eine positive Einstellung zur Schule zu vermitteln und ihm zu erklären, dass es dort viel Neues lernen und Freundschaftenmit anderen Kindern schliessen wird. Die Eltern sollten zudem die Bedenken der angehenden Schüler nicht mit Aussagen wie «Kein Grund zur Aufregung» oder «Da muss jeder durch» herunterspielen – solche Aussagen bringen nichts und können im Gegenteil die Angst verstärken, der bevorstehenden Aufgabe nicht gewachsen zu sein.

EIN HÄRTETEST FÜR DIE ELTERN
Der Schulbeginn kann auch für die Eltern eine schwierige Etappe sein, vor allem, wenn es ihr erstes Kind ist, das eingeschult wird, oder auch sie die Schule ihres Wohnorts nicht kennen. Sobald ihr Kind in die Schule kommt, drängen sich bei den Eltern Erinnerungen an die eigene Schulzeit auf – sowohl die Freuden und Erfolgserlebnisse als auch die damit verbundenen Schwierigkeiten und Ängste. Deshalb wird den Eltern empfohlen, ihre unangenehmen Erinnerungen und Befürchtungen für sich zu behalten, um ihre Kinder nicht unnötig zu beunruhigen.

Begleiten Sie Ihr Kind in diesen neuen Lebensabschnitt, indem sie sich viel mit ihm beschäftigen und selbst belanglose Tätigkeiten (Schultasche packen, Hefte besorgen usw.) nutzen, um über den Schulalltag zu sprechen und sich für die Gedanken- und Erlebniswelt Ihres Sprösslings zu interessieren. Wenn Ihr Kind spürt, dass es bedingungslos geliebt wird, und dass Sie ihm mit viel Einfühlungsvermögen zuhören ohne zu urteilen, wird es sich leichter anvertrauen können, was im Fall von Schwierigkeiten unerlässlich ist.

SCHULANGST – WAS IST DAS?
Schulangst ist eine Störung, die sich darin äussert, dass Kinder Angst davor haben, in die Schule zu gehen, und beim Betreten des Schulgebäudes geradezu in Panik geraten. Solche Störungen treten meistens zwischen dem vorletzten Grundschuljahr und der ersten Jahre der Sekundarstufe auf. Sie führen dazu, dass Kinder der Schule wiederholt fernbleiben. Insbesondere bei kleinen Kindern ist eine solche Schulangst nicht immer leicht zu identifizieren, da die Betroffenen durchaus rationale Erklärungen parat haben, warum sie absolut nicht in die Schule gehen können. Wenn Kinder mehr als zwei bis drei Wochen die Schule verweigern, besteht jedoch Handlungsbedarf. Je früher das Problem erkannt wird, desto erfolgreicher kann es behandelt werden.

JEDER REAGIERT ANDERS AUF STRESS
Für die meisten Kinder verläuft der Beginn des Schuljahres weitgehend reibungslos. Aber aufgrund genetischer und individueller Faktoren reagieren nicht alle gleich auf Stresssituationen. Kindern, die in den ersten Lebensjahren körperliche Probleme hatten oder psychisch gefährdet sind, sollte besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Bei grösseren Kindern kommen auch die Erfahrungen der vorangegangenen Jahre ins Spiel.

Für Schüler mit Lernbehinderungen (z. B. Legasthenie) oder solche, die sich ihrer intellektuellen Einschränkungen bewusst sind, sich unzulänglich fühlen oder von anderen Schülern belästigt wurden, kann der Schulbeginn besonders belastend sein.

Bei heftigen Angstzuständen, Weinen, körperlichen Symptomen wie Kopf- und/oder Bauchschmerzen, starker Zurückgezogenheit oder wenn die Trennungsschwierigkeiten länger als fünf bis sechs Wochen nach dem Schulbeginn anhalten, kann es nützlich sein, eine Fachperson zu Rate zu ziehen (z. B. eine Psychologin/einen Psychologen). Eine oder zwei Sitzungen können in manchen Fällen reichen, um das Kind zu beruhigen.

Quelle: www.planetesante.ch