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Die Lichttherapie – eine bewährte Behandlungsmethode

Die Lichttherapie besteht darin, sich täglich von einer speziellen Lampe mit sehr hellem Licht bestrahlen zu lassen, die mit Ausnahme des UV-Bereichs das gesamte Spektrum des Sonnenlichts beinhaltet. Das Ziel besteht in erster Linie darin, Störungen in Zusammenhang mit der inneren biologischen Uhr, wie zum Beispiel die Winterdepression, zu behandeln.

Die Lichttherapie wird auch bei anderen Symptomen eingesetzt, die mit einer Störung der inneren Uhr zusammenhängen können, zum Beispiel bei Schlafstörungen, prämenstruellem Syndrom oder bei Problemen infolge einer Zeitverschiebung (Jetlag) oder von Nachtarbeit. Die Lichttherapie kann auch bei bestimmten Depressionserkrankungen (zum Beispiel im Falle einer Wochenbettdepression oder einer nichtsaisonalen Depression bei älteren Menschen) Abhilfe schaffen.

Sie könnte bei diesen Krankheitsbildern auch vorbeugend wirken und eignet sich insbesondere für Menschen, die Jahr für Jahr an einer leichten «Winterdepression» leiden oder die an ihrem Arbeitsplatz, sei es in einem Büro oder in einer Fabrik, kein Tageslicht haben.

DIE INNERE BIOLOGISCHE UHR IST EIN LEISTUNGSSTARKES ÜBERWACHUNGSZENTRUM
Das Licht dringt durch die Augen in den Körper ein und spielt somit eine wesentliche Rolle bei der Regulierung der zirkadianen Rhythmen, die eine Periodenlänge von etwa 24 Stunden haben (Schlaf-Wachrythmus, Schwankungen der Körpertemperatur und des Hormonspiegels, Mahlzeiten usw.). Diese Rhythmen werden direkt von unserer inneren biologischen Uhr gesteuert. Es ist allerdings möglich, dass manche dieser Rhythmen nicht genau 24 Stunden entsprechen. Sie synchronisieren sich vielmehr mit äusseren Umweltbedingungen wie zum Beispiel dem Tageslicht, um den richtigen Rhythmus aufrechtzuerhalten. Somit ist Licht an der permanenten Regulierung unserer inneren Uhr massgeblich beteiligt. Darüber hinaus steuert es weitere mehr oder weniger lange biologische Rhythmen und löst beispielsweise die Menstruationsblutungen von Frauen aus.

Wenn die Rhythmen unserer inneren Uhr nicht mehr dem tatsächlichen Tag-Nacht-Rhythmus entsprechen, macht sich dies mit unangenehmen Symptomen bemerkbar. Als Beispiel sei die Zeitverschiebung bzw. der Jetlag genannt: Wir schlafen während des Tages, weil unser körpereigener Rhythmus meint, es sei Nacht. Je nachdem, welche Signale von unserer inneren Uhr ausgegeben werden, produziert der Körper das Schlafhormon Melatonin tagsüber statt abends. Glücklicherweise kann die innere Uhr wieder «richtig eingestellt werden», indem man sich zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer Lichtquelle bestrahlen lässt, um die innere Uhr auf diese Weise wieder «vor- oder zurückzustellen». Ausserdem kann die Einnahme von Melatonin zum richtigen Zeitpunkt dazu beitragen, dass die innere Uhr wieder richtig tickt.

Wenn Licht ins Auge dringt, wird es in elektrische Signale umgewandelt; sobald diese ins Hirn gelangen, werden Neurotransmitter aktiviert. Das sogenannte «Glückshormon» Serotonin ist einer dieser Neurotransmitter. Es regelt die Stimmungslage und steuert die Produktion von Melatonin, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist. Einige Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass der Melatonin-Stoffwechsel bei Personen, die an Winterdepression leiden, gestört ist. Solange der Vorrat reicht in der Tat wurde bei solchen Menschen tagsüber ein ungewöhnlich hoher Melatonin-Spiegel gemessen, obwohl die Produktion des Schlafhormons durch den Einfluss des Tageslichts normalerweise herabgesetzt wird.

MORGENDÄMMERUNGS-SIMULATOR ODER LICHTWECKER
Der Morgendämmerungs-Simulator ahmt den Sonnenaufgang nach und dient auf diese Weise als Wecker. Anstatt Sie brutal mit einem Alarmsignal oder dem Radio aus dem Schlaf zu reissen, sorgt dieses Gerät für ein sanftes Erwachen, indem das Zimmer zu einer vorprogrammierten Zeit nach und nach hell wird. Wenn Sie zum Beispiel um 7 Uhr aufstehen müssen, schaltet sich das Licht ab 6 Uhr oder 6.30 Uhr allmählich ein und erreicht die höchste Lichtintensität um 7 Uhr.

Der Morgendämmerungs-Simulator hat nicht den gleichen Effekt wie die Lichttherapie, da die Lichtstärke des Simulators nicht sehr hoch ist. Bei manchen Menschen soll er jedoch die Schlaflosigkeits- bzw. Depressionssymptome lindern können. Auch bei Personen, die an saisonaler Depression leiden, soll diese Behandlung wirksam sein, allerdings liegen hierzu bislang weniger einschlägige Studiendaten als für die Lichttherapie vor.

Quelle: www.passeportsante.net / Abbildung: Freepik