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Hilfe bei Harninkontinenz

Harninkontinenz führt – tagsüber oder nachts – zu einer unwillkürlichen Abgabe von Urin. Dabei handelt es sich weniger um eine Krankheit, als um eine körperliche Störung, die mit zunehmendem Alter vermehrt auftritt. Schätzungen zufolge ist weltweit jede vierte Frau betroffen (im Alter über 60 mindestens jede dritte). Bei Männern tritt Inkontinenz aus anatomischen Gründen nur halb so oft auf.

Noch immer überwinden sich nur wenige Betroffene, mit ihrem Arzt über ihre Beschwerden zu sprechen. Dabei lässt sich das Problem häufig in den Griff bekommen, selbst wenn es bereits seit Monaten oder sogar Jahren besteht.

VORBEUGUNG GEGEN HARNINKONTINENZ

Wenn Sie bei sich selbst bereits Symptome von Harninkontinenz beobachten, können die folgenden Massnahmen Linderung verschaffen: Ein gesundes Gewicht halten oder wiedererlangen. Das verringert den konstanten Druck von zu vielen Kilos auf Blase und umliegende Muskeln.

Die Beckenmuskeln stärken. Insbesondere Schwangere sollten ihren Beckenboden fit halten. Besonders wer nach der Entbindung Probleme mit Harnverlust hat, sollte den Beckenboden trainieren und eventuell bei einem darauf spezialisierten Physiotherapeuten eine gezielte Rückbildung durchführen.

Prostatabeschwerden vorbeugen und behandeln. Denn auch Prostatitis (Entzündung der Prostata), gutartige Prostatavergrösserungen oder Prostatakrebs können Inkontinenz auslösen. Die beste Vorbeugung besteht deshalb darin, dass Sie jede Art von Harnwegs- oder Genitalinfektion so schnell wie möglich behandeln lassen und die Ursache gemeinsam mit Ihrem Arzt abklären.

Sobald Sie Probleme beim Urinieren feststellen (z. B. Startschwierigkeiten beim Wasserlassen oder schwacher Harnstrahl) oder sehr dringenden und häufigen Harndrang verspüren (und nachts deswegen aufstehen müssen), sollten Sie sich untersuchen lassen, um zu überprüfen, ob Sie an einer gutartigen Prostatavergrösserung leiden. Hierfür stehen verschiedene (medikamentöse und pflanzliche) Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Bei Prostatakrebspatienten kann die Inkontinenz zwar auch direkt durch die Krankheit verursacht sein. Meist handelt es sich jedoch um eine Nebenwirkung des chirurgischen Eingriffs oder der Bestrahlung.

Nicht rauchen. Chronischer Husten kann zu gelegentlicher Inkontinenz führen oder eine bereits vorhandene Inkontinenz verschlimmern.

Verstopfung vermeiden. Bei Männern wie bei Frauen kann Verstopfung zu Inkontinenz führen. Das Rektum befindet sich hinter der Blase. Verbleiben Stuhlreste im Enddarm, üben sie Druck auf die Blase aus – die Folge ist Urinverlust.

Auf genaue Medikamenteneinnahme achten. Präparate der folgenden Kategorien können Inkontinenz verursachen oder verschlimmern: Medikamente gegen Bluthochdruck, Antidepressiva, Herz- und Schnupfenmittel, Muskelrelaxanzien, Schlafmittel. Besprechen Sie deshalb etwaige Beschwerden mit Ihrem Arzt und nehmen Sie Medikamente exakt nach Vorschrift ein.

Ausreichend trinken. Inkontinenz lässt sich nicht durch eine Verringerung der Flüssigkeitsaufnahme beheben – im Gegenteil: Ausreichend zu trinken, ist besonders wichtig, da der Urin sonst stark konzentriert ist, was wiederum zu Reizungen der Blase führt und eine Dranginkontinenz auslösen kann. Ein paar Tipps:

–  Vermeiden Sie es, grosse Mengen innerhalb kurzer Zeit zu trinken.

–  Bei nächtlicher Inkontinenz verringern Sie die Trinkmenge am Abend.

–  Trinken Sie wenig in schwierigen Situationen (ausserhalb Ihrer vier Wände, ohne WC in Reichweite, etc.).

Vorsicht bei harntreibenden Nahrungsmitteln! Wichtig für alle, die von Überlaufinkontinenz betroffen sind: Idealerweise sollten Sie den Verzehr von Zitrusfrüchten und deren Saft, Schokolade, so genannten Light-Getränken mit Zuckerersatzstoffen, Tomaten und stark gewürzten Gerichten einschränken, da diese die Blase reizen können und ihre Kontraktion anregen. Reduzieren Sie auch den Konsum von Alkohol, Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken (Tee, Cola) oder vermeiden Sie ihn ganz, da er die Blase reizt.

Harnwegsinfekten vorbeugen. Bei Personen, die bereits unter Überlaufinkontinenz leiden oder davon bedroht sind, kann eine Harnwegsinfektion unwillkürlichen Urinverlust nach sich ziehen. Es ist daher besonders wichtig, Harnwegsinfektionen zu vermeiden oder sie umgehend zu behandeln.

Quelle: www.passeportsante.net / Illustration: Freepik, Macrovector