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Im Jahr 2025 könnten 20% der Schweizer Bevölkerung von Fettleibigkeit betroffen sein

Eine kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie zieht sämtliche Alarmglocken: Wenn nichts unternommen wird, um die fortschreitende Fettleibigkeit (Adipositas) einzudämmen, könnten im Jahr 2025 rund 18% der männlichen und 21% der weiblichen Bevölkerung von dieser besorgniserregenden Epidemie betroffen sein.

Den im Jahre 2012 vom Bundesamt für Statistik veröffentlichen Zahlen zufolge sind in der Schweiz nahezu 30% aller über 15-Jährigen übergewichtig und 10% der Bevölkerung leiden an Adipositas, d. h. an Fettleibigkeit. Innerhalb von 20 Jahren hat sich der Anteil der von Adipositas betroffenen Personen fast verdoppelt und ist bei den Männern von 6 auf 11% und bei den Frauen von 5 auf 9% gestiegen. Sie tritt bei älteren Menschen häufiger als bei jüngeren auf, aber die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen ist in besonderem Masse von dieser Entwicklung betroffen. Gewiss ist Fettleibigkeit vor allem das Ergebnis von schlechten Essgewohnheiten und Bewegungsmangel, aber das Problem geht weit über die Verantwortlichkeit des Einzelnen hinaus. Aufgrund der massgeblichen Rolle, die Adipositas beim Entstehen bestimmter chronischer Erkrankungen spielt, sowie des negativen Einflusses auf die Sterblichkeitsrate ist Fettleibigkeit heute in allen Ländern, die eine westliche Lebensweise angenommen haben, ein besorgniserregendes Problem der Volksgesundheit.

DIE ZEIT DRÄNGT
Wenn man der Epidemie Einhalt gebieten und chronischen Erkrankungen bei Erwachsenen vorbeugen will, muss bereits von klein auf ein gesunder Lebensstil gefördert werden. Die Zeit drängt, denn die Zahl der von Fettleibigkeit betroffenen Kinder steigt in der ganzen Welt rapide an. Dieses Phänomen ist nicht nur auf das Fehlen wirksamer Vorbeugungsmassnahmen zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, dass es an finanziellen Mitteln mangelt, um ein komplexes und vielschichtiges Problem zu bewältigen. Dazu ist eine Sensibilisierung der Kinder, Jugendlichen, ihrer Eltern sowie der politischen und wirtschaft-lichen Organe erforderlich. Unser moderner Lebensstil – Nahrung in Hülle und Fülle, Bewegungsmangel und Stress – ist für die Entwicklung von Adipositas besonders förderlich. Wo der Höhlenmensch aus der Vorzeit abwechselnd mageren und fetten Jahren ausgesetzt war, kennt der westliche Mensch heute keine Hungersnöte mehr. Nahrungsmittel sind das ganze Jahr über auf einfachste Weise zugänglich. Von der Nahrungsmittelindustrie mit Zucker und Fetten angereichert liefern sie tagtäglich Unmengen von Kalorien, die langfristig für überflüssige Kilos und chronische Erkrankungen sorgen.

MEHR INVESTIEREN
Im Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit ist noch viel zu tun. An Vorschlägen mangelt es nicht: Sich des Adipositas-Problems frühzeitig, vor dem Eintreten von Komplikationen anzunehmen, könnte zum Beispiel über Ernährungsunterricht in den Schulen, die Einrichtung von Gesundheitsprogrammen und die Förderung von gesunder Ernährung am Arbeitsplatz und in den Schulen erfolgen. Man könnte ebenfalls den nicht motorisierten Verkehr fördern, die Stundenzahl für Sportunterricht in den Schulen erhöhen, sportliche Aktivitäten fördern, mehr Spielplätze bauen oder die Sicherheit der Radfahrer auf den Strassen verbessern. Die Vorsorgemassnahmen müssen ebenfalls darauf abzielen, die Werbung der für Kinder bestimmten Nahrungsmittelprodukte zu reglementieren und besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um sich mit gesunden Lebensmittel versorgen zu können.

Was die Therapie betrifft, wäre es wünschenswert, dass die Kosten für die medizinische Behandlung von den Krankenkassen übernommen werden, bevor der Patient Komplikationen entwickelt und dadurch noch höhere Kosten verursacht.

Der Kampf gegen Adipositas setzt die Mitwirkung zahlreicher Akteure aus den Bereichen Politik, Gesundheitswesen, Erziehungswesen, Elternschaft, Nahrungsmittelindustrie, Krankenkassen und Medien voraus. Der Erfolg hängt von der Mobilisierung und der Zusammenarbeit aller betroffenen Akteure ab.

Quelle: www.planetesante.ch