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Trockener Reizhusten oder Husten mit Schleimbildung?

Mit Einzug des Winters wächst die Gefahr, an Husten zu erkranken. Meist genügt ein Schnupfen, eine Grippe, eine Bronchitis oder einfach kalte Witterung, um die lästigen, mitunter kräftezehrenden und schmerzhaften Beschwerden auszulösen.

Husten ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Schutzreflex des Körpers, mit dem unerwünschte Stoffe, die in unsere Atemwege gelangt sind, wieder ausgestossen werden sollen. Deshalb leiden wir auch so oft an Husten, denn sobald die Lunge oder die Bronchien wahrnehmen, dass Fremdkörper – Staubpartikel oder Krankheitserreger – die Atemwege verstopfen, senden sie ein entsprechendes Signal an das Gehirn. Dieses schliesst daraufhin die Glottis, welche eine Ventilfunktion ausübt, wodurch sich der Druck im Brustkorb erhöht. Sobald sich dieses «Ventil» dann wieder öffnet, entweicht die Luft schlagartig und mehr oder weniger geräuschvoll: Genau das bezeichnen wir als Husten.

Wird beim Husten ein zähflüssiges Sekret (auch «Auswurf» oder «Bronchialschleim» genannt) abgesondert, spricht man von einem «produktiven Husten» bzw. von «Husten mit Schleimbildung»; im gegenteiligen Fall handelt es sich um einen «trockenen» bzw. «Reizhusten».

Ein produktiver Husten ermöglicht das Abhusten unerwünschter Fremdkörper aus der Lunge. Aber auch ein Reizhusten ist nützlich, selbst wenn dabei kein Sekret abgehustet wird. Unser Körper will mit dem Husten auf einen Entzündungsherd im Lungenbereich aufmerksam machen und erinnert daran, dass wir uns keinen Reizstoffen aussetzen sollten.

HUSTEN: ZEICHEN FÜR EINE INFEKTION ODER ASTHMA
Streng genommen ist ein Reizhusten keine Krankheit. Es handelt sich vielmehr um ein Symptom, das verschiedenen Pathologien, insbesondere Infektionen – meist viraler Art wie zum Beispiel Schnupfen, Grippe und Bronchitis, aber auch anderen Infektionen wie Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) oder chronische Rhinitis – gemein ist. Bei Schnupfen bilden sich in der Nase Sekrete, in denen sich Infektionserreger vermehren. Wenn wir nachts zum Schlafen eine horizontale Lage einnehmen, gelangen diese Sekrete in die Bronchien und lösen dort Reizreaktionen aus. Deshalb husten wir morgens beim Aufwachen.

Ein Reizhusten kann jedoch auch durch Magenreflux bzw. Sodbrennen hervorgerufen werden. Die Magensäure fliesst in den Mund zurück und setzt sich beim nächsten Atemzug in den Bronchien fest.

Ausserdem konnte zwischen Säurereflux und Asthma ein eindeutiger Zusammenhang nachgewiesen werden. Bei Personen, die noch nicht wissen, dass sie an dieser Atemwegserkrankung leiden, dient der Husten als erstes Warnsignal. Wenn jemand, der erwiesenermassen an Asthma leidet, mindestens einmal pro Woche und vor allem nachts hustet, deutet dies auf eine unzureichende Behandlung der Krankheit hin.

In selteneren Fällen kann ein Reizhusten auch das Symptom einer Herzinsuffizienz oder einer der vielen seltenen Krankheiten sein, die unter dem Begriff «interstitielle Lungenerkrankungen» zusammengefasst werden. Dauert ein Reizhusten mehr als drei Wochen an, kann er auch ein Hinweis auf eine schwere Krankheit sein, wie zum Beispiel einen Tumor, der die Bronchien reizt, oder Tuberkulose.

Aber Husten wird nicht nur durch Krankheiten ausgelöst. Kalte, durch den Mund eingeatmete Luft kann in den Bronchien einen Temperaturschock verursachen und darüber hinaus die Schleimhäute austrocknen, die durch diese Reizung Entzündungsstoffe freisetzen. Eine anhaltende körperliche Anstrengung kann dieselben Auswirkungen haben. Der chronische Raucherhusten ist indes allein auf Tabakkonsum zurückzuführen.

Was tun, wenn der Husten allzu beschwerlich wird? Hustensäfte, die im allgemeinen Codein enthalten, verschaffen Abhilfe. Solche Arzneimittel können eine Woche lang problemlos eingenommen werden. Sollten die Hustenanfälle jedoch mehr als drei Wochen unvermindert anhalten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei Atemnot oder blutigem Auswurf handelt es sich um einen medizinischen Notfall, denn hier kann es sich um Anzeichen einer Lungenembolie handeln.

Glücklicherweise treten Komplikationen nur selten auf. Ein Reizhusten ist gewiss sehr unangenehm, aber meistens nichts weiter als eine unliebsame Begleiterscheinung des Winters.

Quelle: www.planetesante.ch / Abbildung: Freepik